Folgen des Brexit-Entscheids
Britische Regierung verkauft vorerst keine Bankanteile

Eigentlich wollte die britische Regierung Anteile an Großbanken verkaufen. Wegen der Turbulenzen nach dem Brexit-Votum soll dies nun laut Insidern frühestens 2017 angegangen werden - mit Konsequenzen für die Staatskasse.

LondonDie britische Regierung hat nach der Brexit-Abstimmung Insidern zufolge Pläne für den milliardenschweren Verkauf von Anteilen an den Großbanken Royal Bank of Scotland und Lloyds auf Eis gelegt. Statt wie vorgesehen dieses Jahr werde man sich der Angelegenheit frühestens 2017 annehmen, war aus dem Umfeld des Finanzministeriums zu vernehmen.

Grund seien die Marktturbulenzen und die wirtschaftliche Unsicherheit, die durch das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union ausgelöst worden seien. Es werde „eine ganze Weile dauern“, bevor man die Konsequenzen für die Banken kenne und auch nur in Erwägung ziehen könne, mit dem Verkauf fortzufahren.

Eigentlich wollte das Finanzministerium noch dieses Jahr seine Anteile an den beiden während der globalen Finanzkrise verstaatlichten Instituten weiter reduzieren und so neun Milliarden Pfund einnehmen. Eine Verzögerung würde einen erheblichen Ausfall in der Staatskasse bedeuten.

Die Behörde, die für die Verwaltung der staatlichen Anteile an den Banken zuständig ist, lehnte eine Stellungnahme ab, ebenso wie RBS. Lloyds erklärte, der Zeitpunkt eines Anteilsverkaufs sei allein Sache der Regierung. Das Finanzministerium hält gegenwärtig 73 Prozent an der RBS und neun Prozent an Lloyds. Die Aktien der beiden Geldhäuser sind in den vergangenen beiden Handelstagen so stark gefallen wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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