Nach einem Votum für Brexit
Was die Notenbanken tun können

Die Furcht vor massiven Finanzmarktturbulenzen nach einem Brexit-Votum versetzt die EZB in Alarmbereitschaft. Drei mögliche Maßnahmen stehen ihnen zur Verfügung. sollten die Briten die EU verlassen wollen

Frankfurt„Wir schauen uns das Risiko jeden Tag an und alle Zentralbanken, nicht nur die EZB, sind bereit zu intervenieren mit den konventionellen Mitteln, die sie haben“, sagte unlängst EZB-Ratsmitglied Ignazio Visco. Wie Italiens Notenbank-Chef werden auch die Gouverneure anderer Euro-Länder nicht müde zu betonen, dass im Frankfurter EZB-Turm für alle Fälle vorgesorgt wird. Experten zufolge sind vor allem Devisen-Swap-Vereinbarungen ein Mittel, um Finanzmärkte zu beruhigen. Daneben kommen aber auch abgestimmte Interventionen mit anderen Notenbanken sowie Zinssenkungen in Betracht.

„Sollten die Briten für einen Ausstieg des Landes aus der EU stimmen, wäre ein starker Einbruch des Pfund wahrscheinlich,“ warnt Devisenspezialist Michael Rottmann von der italienischen Großbank Unicredit. Zudem könnten Experten zufolge der Schweizer Franken oder der japanische Yen kräftig aufwerten, die für Investoren in Zeiten von Unsicherheit häufig als sicherer Hafen gelten.

Was können die Notenbanken genau machen? Ein Überblick:

Devisen-Tausch-Vereinbarungen als probates Instrument
Laut Österreichs Notenbank-Chef Ewald Nowotny könnte die EZB geltende Devisen-Swap-Vereinbarungen mit der Bank von England aktivieren, um beruhigend auf die Finanzmärkte einzuwirken. Im Kern handelt es sich dabei um gegenseitige Liquiditätshilfen. Die EZB stellt dabei der britischen Notenbank Euro-Liquidität zur Verfügung - die Bank von England der EZB wiederum Pfund. So soll sichergestellt werden, dass sich Geldhäuser in Großbritannien und im Euro-Raum gegen Sicherheiten von ihren Notenbanken ausreichend Pfund oder Euro leihen können. Devisen-Swap-Vereinbarungen sind somit Schutzschirme, um ein Austrocknen des Geldmarktes zu verhindern. Die Euro-Notenbank hatte während der weltweiten Finanzkrise ähnliche Swap-Vereinbarungen mit der US-Notenbank Fed genutzt, als damals Engpässe drohten.

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