Brite festgenommen
Raketenschmuggel in die USA aufgeflogen

Unter den wachsamen Augen von Geheimdienstagenten aus drei Staaten hat ein britischer Staatsbürger versucht, eine russische Boden-Luft-Rakete in die USA zu schmuggeln und an Terroristen zu verkaufen.

HB/dpa WASHINGTON/LONDON. Der Schmuggler wurde schließlich gefasst, als er die Rakete im US-Bundesstaat New Jersey an Agenten des amerikanischen Bundeskriminalamtes FBI verkaufen wollte. Am Mittwoch sollte der gebürtige Inder in New Jersey angeklagt werden.

Anti-Terror-Beamte von Scotland Yard durchsuchten am Dienstag in London unter anderen die Wohnung des Festgenommenen. Ein Sprecher teilte am Mittwoch mit, es sei eine Reihe von Dingen zur Untersuchung mitgenommen worden.

Inszeniert vom FBI

Neben dem britischen Staatsbürger wurden noch zwei weitere Männer gefasst, bei denen es sich nach amerikanischen Medienberichten um Geldwäscher handelt. Der gebürtige Inder, dessen Name mit Hekmat Lakhani angegeben wurde, habe die Rakete vom TyP SA-18/Igla für 85 000 Dollar (etwa 76 000 Euro) in einer russischen Waffenfabrik gekauft und dann per Schiff in die USA gebracht.

Allerdings war der gesamte Handel von den Sicherheitsbehörden inszeniert worden. Agenten der Bundespolizei FBI hatten den Mann bereits seit einem Jahr beobachtet. Der Nachrichtensender CNN berichtete, die US-Agenten seien auf den Waffenhändler aufmerksam geworden, weil er behauptet habe, dass er Raketen verkaufen könne. Sie hätten daraufhin Kontakt zu Lakhani aufgenommen, der sich dann in Russland nach den Waffen erkundigt hatte. Dort seien die russischen Geheimdienste sofort aufmerksam geworden und von den Amerikanern mit eingeschaltet worden.

Die „Air Force One“ abschießen

Den Berichten nach ist der Mann ein einschlägig bekannter Waffenhändler, der schon mit islamischen Terroristen Geschäfte gemacht habe. Die FBI-Mitarbeiter, die als Käufer aufgetreten waren, gaben sich ebenfalls als islamische Terroristen aus, die ein großes Passagierflugzeug abschießen wollten. Lakhani habe ihnen gegenüber sogar behauptet, die Rakete könne die mit einem Raketenabwehrsystem ausgerüstete US-Präsidentenmaschine „Air Force One“ abschießen. Dies wurde allerdings von amerikanischen Experten zurückgewiesen.

Erst vor einer Woche hatte die „New York Times“ berichtet, die US- Regierung fürchte Anschläge mit mobilen Boden-Luft-Raketen auf Flugzeuge. US-Geheimdienste gingen davon aus, dass das Terrornetzwerk El Kaida Dutzende wärmesuchende schultergestützte Raketen hat, von denen viele in den USA produziert wurden. Nach Angaben der „New York Times“ hat die Regierung mehrere große Unternehmen beauftragt, nach Wegen zu suchen, Passagierflugzeuge mit Raketenabwehrsystemen auszustatten.

Der russische Geheimdienst lobte nach dem aufgeflogenen Raketen- Schmuggel die Zusammenarbeit mit den US-Behörden. „Zum ersten Mal seit dem Kalten Krieg haben unsere Geheimdienste mit einer solchen Aktion einander geholfen“, sagte ein Sprecher des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in Washington nach Angaben der Agentur Itar-Tass.

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