Wahl in Großbritannien
Bye, Bye Brüssel?

Banger Blick aus Brüssel gen Großbritannien: Camerons Sieg könnte Europas Niederlage einleiten, denn der Premier lässt nun über einen EU-Austritt abstimmen. Für Deutschland wäre ein Brexit vor allem eines: teuer.
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London„Let's go!", rief der britische Premierminister David Cameron beim abschließenden Wahlkampf-Marathon mit hochgekrempelten Hemdsärmeln seinen Unterstützern zu. Es sollte seine Anhänger zu einer letzten Kraftanstrengung aufmuntern. Doch im Zeichen der latenten Europa-Skepsis vieler Briten könnte der Aufruf im Schatten der Wahl auch unfreiwillig zweideutig aufgenommen werden. Denn mit dem Wahlsieg des amtierenden Premierministers ist das Königreich nun auch einem möglichen EU-Austritt entscheidend näher rückt.

Camerons Sieg könnte Europas Niederlage einleiten. So ist der Verbleib von Cameron in der Downing Street 10 nicht nur für die 64 Millionen Einwohner Großbritanniens relevant, sondern hat auch weitreichende Folgen für das restliche Europa.

Bye, Bye, Brüssel also? Der Ausgang der Abstimmung in Großbritannien gibt die Richtung vor, in die das Königreich innerhalb Europas nun gehen wird. Labour und SNP stellen die EU-Mitgliedschaft nicht in Frage. Die Tories und die europafeindliche Ukip haben sich dagegen auf ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft festgelegt. Cameron hat für den Fall einer Wiederwahl dagegen versprochen, die Bevölkerung 2017 über die Mitgliedschaft in „einer reformierten EU“ entscheiden zu lassen. Und die Liberaldemokraten? Die sind zwar proeuropäisch und gegen ein Referendum, würden aber wohl zustimmen, wenn die Tories ihnen in anderen Punkten entgegenkämen.

Das Wort Brexit, eine Wortschöpfung aus den Begriffen Britannien und Exit, hängt nun wie ein Gespenst der Ungewissheit über dem Königreich. Der unterlegende Labour-Führer Ed Miliband hat sich zwar gegen einen Volksentscheid ausgesprochen. Doch der „rote Ed“, wie er genannt wird, musste am Freitag seine Niederlage bereits eingestehen. Bei der nun anstehenden Regierungsbildung steht damit viel auf dem Spiel – und das nicht nur für die politische Klasse in London.

Denn die EU ist in den Augen vieler Briten ein Ort der Kakophonie, der Regelwut, der überbordenden Bürokratie. Aktuelle Umfragen sagen darum ein knappes Ergebnis für ein kommendes EU-Referendum voraus. 50:50 schätzen selbst Diplomaten in London die Chance ein, dass die Briten bei einer Abstimmung die Scheidung vom Rest des Kontinents einreichen.

Kommentare zu " Wahl in Großbritannien: Bye, Bye Brüssel?"

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  • Zitat: "Denn, so Schulz, das von David Cameron versprochene Referendum könne Großbritannien und die EU „in eine sehr schwierige Situation“ bringen."

    Es ist also nicht gut, wenn man das Volk befragt und allenfalls auf dessen Willen hört?

    Das sagt sehr viel über das Demokratieverständnis der EU aus!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Der Austritt Großbritanniens aus der EU wäre nicht nur für Deutschland teuer, sondern für GB ebenfalls !

    Wie soll man sich den Austritt von GB (als Gründungsmitglied der EWG vorstellen ? Als assoziierter Staat weiterhin von allen EU-Regelungen profitieren ? Meine Güte, sind das alles Eigennützlinge !

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