Bürgerkrieg in Nahost
„Starke Beweise“ für Chemiewaffeneinsatz in Syrien

Das US-Außenministerium ist sich mittlerweile sicher, dass der syrische Herrscher Assad Chemiewaffen gegen die Rebellen eingesetzt hat. Für Obama sei dies eine „rote Linie“. Auch Iran warnt vor derartigen Schritten.
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Warschau/BeirutZuvor hatte US-Außenminister John Kerry von „starken Beweisen“ für einen Chemiewaffeneinsatz durch syrische Regierungstruppen gegen die Rebellen im Land gesprochen. Das „Assad-Regime“ habe eine „schreckliche Wahl“ getroffen und habe die Bereitschaft gezeigt, zwischen 70.000 und 100.000 Menschen des eigenen Volkes zu töten sowie „Gas zu benutzen“, äußerte sich Kerry am Freitag während eines Online-Chats. Russland hält indes an Lieferungen von Flugabwehrtechnik an Syrien fest.

Für den Chemiewaffen-Einsatz gebe es nach Einschätzung der US-Regierung „starke Beweise“, erklärte Kerry in dem vom Internetkonzern Google, dem Fernsehsender NBC und dem Außenministerium in Washington veranstalteten Chat mit Internetnutzern. Die Führung in Damaskus „massakriert das Volk mit Scud-Raketen und Artillerie“ und versuche, den Konflikt als von außen gesteuert darzulegen.

US-Präsident Barack Obama hatte einen Chemiewaffeneinsatz in der Vergangenheit als „rote Linie“ für ein mögliches Eingreifen in den Bürgerkrieg bezeichnet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte Washington am Freitag zum Handeln auf. Syrische Giftgas-Opfer seien in türkischen Krankenhäusern behandelt worden. Zudem gebe es Geheimdiensterkenntnisse über den Einsatz von rund 200 Raketen mit Giftgas. Dass die Opposition chemische Waffen eingesetzt haben könnte, bezeichnete Erdogan als unwahrscheinlich.

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi warnte vor dem Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg. Der Iran sei im Krieg mit dem Irak selbst mit Giftgas angegriffen worden, sagte Salehi dem Magazin „Spiegel“. „Wir verdammen Chemiewaffen“, fügte er hinzu. Auf die Frage, ob der Iran seine Unterstützung für die syrische Führung unter Staatschef Baschar al-Assad aufgeben würde, sollte sie Giftgas einsetzen, sagte Salehi: „Wir sind entschieden gegen Massenvernichtungswaffen jeder Art.“

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Putin und Cameron diskutieren „konkrete Schritte“

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  • "Es gebe ein „gemeinsames Interesse“ an einem Ende der Gewalt und einem friedlichen Übergang, sagte Putin" .
    Ich kann ja verstehen, wenn Medien auch über das offiziell
    gesagte berichten - immerhin sollte man das Gesagte dann
    mit der Realität vergleichen. Aber viele Aussagen machen
    einfach keinen Sinn bzw. sind ein Hohn im Angesicht der
    leidenden Menschen. Selbstverständlich hat ein Eroberer
    bzw. ein Verteidiger (seiner Einfluss-sphäre)ein Interesse
    an einem Ende der Gewalt - schon allein aus ökonomischen
    Gründen. Aber die Frage ist doch unter wessen Bedingungen
    Frieden einziehen darf !! Die betroffene Bevölkerung wird
    nur gefragt, wenn Sie die passende Meinung bez. des Macht-
    habers einnimmt. In Syrien als Ganzes wird es schwierig sein, nach jahrzehnte-langem Zusammenleben der Ethnien
    wieder ausreichend Vertrauen hinzubekommen. Bleibt nur
    eine Diktatur - die fragt nicht ob die Menschen vertrauens-voll wollen oder eher müssen - oder eine
    ethnische Trennung (grossflächig) zur dauerhaften Befriedung. Beispiel Iraq : nach jahrhunderte langem meist
    friedlichem Zusammenleben, meist unter einer Diktatur gibt
    es heute eine "Demokratie" mit Unfrieden, Dauer-Terror,
    Armut (und zahlreiche Juden und Christen emigrierten) -
    eine sagenhafte Bilanz - das muss doch gleich nochmal
    probiert werden. Schickt die "Retter" wie Kerry und Putin in die Wüste sonst werden die Menschen noch lange leiden müssen.

  • Die Israelies wußten es ja schon die ganze Zeit und die Amis eigentlich jetzt auch: Assad hat Chemiewaffen eingesetzt, gegen die Freie Syrische Heilsarmee und die eigene Bevölkerung.
    Als nächste und letzte Stufe der Propagandalügen wird man uns von Assad ermordete Kinder zeigen, dann ist auch für die Weltöffentlichkeit wieder die Schmerzgrenze überschritten.
    USrael kann mit seinem " gerechten Krieg " beginnen.

  • Die USA, die Untergehenden Staaten von Amerika, haben immer starke frei erfundene Beweise um eine Krieg vom Zaun zu brechen. Und wenn diese Ganoven dann nicht mehr weiter wissen, dann müssen u.a. wir für diese Typen die Kohlen aus dem Feuer holen.

    Um die Richtung vorzugeben kommt dann auch der Obama, der ist nicht besser aber geschickter als Bush, nach Berlin und es wird genügend Dumme geben, die dem auch noch zujubeln.

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