Bürgerkrieg in Syrien
70 Staaten verurteilen blinden Einsatz von Fassbomben

70 Staaten kritisieren den Einsatz von Fassbomben im syrischen Bürgerkrieg: Der Mai sei der tödlichste Monat seit Beginn der Krise gewesen. In einem Brief an den UN-Sicherheitsrat fordern sie den politischen Wandel.
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New YorkIn einem Brief an den UN-Sicherheitsrat haben 70 Staaten den Einsatz von Fassbomben im syrischen Bürgerkrieg angeprangert. „Der Mai 2015 war der tödlichste Monat seit Beginn der syrischen Krise“, kritisierte das am Donnerstag bekannt gewordene Schreiben an den Vorsitz des Sicherheitsrats, das von Belgien, Luxemburg und den Niederlanden verfasst und von 67 weiteren Ländern unterzeichnet wurde.

In der Region rund um die nordsyrische Stadt Aleppo werfe die syrische Luftwaffe aus Hubschraubern immer wieder Fassbomben auf dicht besiedelte Gebiete ab, kritisierten die Unterzeichner. Dabei seien in den vergangenen Wochen hunderte Menschen getötet worden.

„Der blinde Einsatz von Waffen wie Fassbomben ist nach internationalem Recht verboten“, hieß es weiter. Auch mehrere UN-Resolutionen richteten sich dagegen. Der UN-Sicherheitsrat müsse dafür sorgen, dass diese auch umgesetzt würden.

Die Unterzeichnerstaaten sprachen sich für eine friedliche Beilegung des Bürgerkriegs in Syrien aus. Es müsse einen „wirklichen politischen Wandel“ geben, forderten sie. Zu den Unterzeichnern gehören die meisten europäischen Länder ebenso wie die USA, Kanada und Saudi-Arabien. Die UN-Vetomächte Russland und China schlossen sich der Initiative allerdings nicht an. Die beiden Staaten blockieren im UN-Sicherheitsrat regelmäßig Sanktionen gegen die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad.

Frankreich berät nach Angaben von Diplomaten derzeit mit den anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats über eine Resolution speziell gegen den Einsatz von Fassbomben. Fassbomben sind mit Sprengstoff und Metallstücken gefüllte Ölfässer, die daher in einem großen Radius wahllos Menschen verletzten oder töten. Ihr Abwurf über bewohntem Gebiet in Syrien wurde wiederholt von Menschenrechtsgruppen verurteilt. Assad bestreitet, dass seine Truppen Fassbomben einsetzen.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert inzwischen mehr als vier Jahre. Mehr als 220.000 Menschen wurden in dem Konflikt schon getötet.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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