Bürgerkrieg
Syrische Armee erklärt Waffenruhe für beendet

Nach einer Woche Waffenruhe sollte eigentlich die nächste Stufe der Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington in Syrien beginnen. Doch daraus wird wohl nichts werden, die Gewalt geht weiter.
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Beirut/DamaskusSyriens Armee hat die Waffenruhe für das Bürgerkriegsland eine Woche nach ihrem Beginn für beendet erklärt. „Bewaffnete terroristische Gruppen“ hätten sich nicht an die Umsetzung der Abmachung gehalten, teilte die Armeeführung am Montag nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana mit.

In verschiedenen Gebieten habe es mehr als 300 Verstöße gegen die Waffenruhe gegeben. Syriens Armee habe dagegen größte Zurückhaltung an den Tag gelegt, hieß es weiter. Das syrische Regime bezeichnet generell alle Gegner als „Terroristen“, auch gemäßigte.

Die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe war vor einer Woche in Kraft getreten und hatte in den ersten Tagen größtenteils gehalten. Zuletzt wurde sie jedoch immer brüchiger. Die USA wollten die Vereinbarung am Montag noch nicht aufgeben. Man sei bereit, die Feuerpause zu verlängern, erklärte der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, in einer Mitteilung. Man werde mit der russischen Seite beraten und sie weiter dazu drängen, ihren Einfluss auf das Regime von Baschar al-Assad geltend zu machen.

Kirby erklärte, man habe die Äußerungen der syrischen Armee gesehen. Die Vereinbarung habe man aber mit Russland getroffen. Moskau sei dafür verantwortlich, dass sich das syrische Regime daran halte. „Wir erwarten, dass Russland Klarheit über die eigene Position schafft.“ Außenminister John Kerry zeigte sich bei einem Auftritt in New York irritiert über die Äußerungen der syrischen Seite: „Es wäre gut, wenn sie nicht zuerst mit der Presse reden würden, sondern mit den Leuten, die das tatsächlich verhandeln.“

Russland reagierte auf die amerikanischen Äußerungen zunächst nicht. Die Nachrichtenagentur Interfax meldete am Montagabend ohne Nennung weiterer Details lediglich, dass sich der syrische Botschafter in Moskau, Riad Haddad, mit Vize-Außenminister Michail Bogdanow getroffen habe.

Bei einer Serie heftiger Luftangriffe auf Rebellengebiete im Norden Syriens sind Aktivisten zufolge mindestens 32 Menschen getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Montagabend von mehr als 40 Bombardierungen in der Großstadt Aleppo und ihrem Umland.

Demnach wurden in dem Ort Orem al-Kubra südwestlich von Aleppo auch Lastwagen für den Transport von Hilfsgütern getroffen. Dabei seien zwölf Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Fahrer sowie Mitarbeiter der Hilfsorganisation Syrischer Roter Halbmond.

Für den Angriff gab es zunächst keine weitere Bestätigung. Der Sprecher der UN-Nothilfeorganisation Ocha, David Swanson, sagte, es lägen unterschiedliche Berichte vor, die geprüft würden. In Orem al-Kubra waren am Montag dem Syrischen Roten Halbmond zufolge Lastwagen mit Gütern mehrerer Hilfsorganisationen eingetroffen..

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Russland attackiert die USA

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  • Das kann man doch nicht "Bürgerkrieg" nennen, wenn die syrische Armee ihr Land gegen ausländische Eindringlinge verteitigt. Der IS, Al Quaeda, Al Nusra etc. kommen alle vom Ausland und werden von ausländischen Mächten finanziert, bewaffnet, ausgebildet und gesteuert. Jetzt hat die eine ausländische Macht, die in Syrien einen Stellvertreterkrieg führen lässt, direkt die syrische Armee angegriffen.

    Übrigens beschäftigt sich diese ausländische Macht seit dem 2. Weltkrieg ununterbrochen mit Kriegen. Weil über die Hälfte ihrer Industrie mit Krieg zu tun hat. Es ist dieser militärisch industrielle Komplex, der den Krieg in Syrien begonnen hat, weil er ihn wollte und brauchte.

    Nochmal, die Bezeichnung "Bürgerkrieg" verschleiert die Hintergründe und unterstützt die Propaganda des Angreiferlandes. Es ist im Zusammenhang mit Syrien ein Kampfbegriff im Psycho-Krieg - ebenso wie die dauernde Bezeichnung "Annektion" für die Sezession der Krim.

  • Ergänzung: Bush Junior ist übrigens auch nicht in Den Haag gelandet.

    Wäre aber besser gewesen.

  • @Herr carlos santos, 19.09.2016, 17:25 Uhr

    Ergänzung: Saddam Hussein ist übrigens auch nicht in Den Haag gelandet.

    Wäre aber besser gewesen.

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