Bush zieht Bilanz – Anschläge bei Bagdad und Kirkuk
Weltweit Proteste gegen Irakkrieg am Jahrestag

Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt sind am Wochenende auf die Straße gegangen, um gegen den Irakkrieg zu protestieren. Die Demonstranten hatten sich den zweiten Jahrestag des Einmarschs von britischen und US-Truppen in den Irak als Anlass genommen, um den Abzug von Truppen zu fordern. Insgesamt waren die Aktionen kleiner als am ersten Jahrestag der Invasion.

HB WASHINGTON/BAGDAD. Besonders viele Menschen machten ihrem Ärger in Rom und London Luft – den Hauptstädten der beiden wichtigsten europäischen Verbündeten der USA im Irakkrieg. Der Verkehr in der italienischen Hauptstadt lag zeitweise lahm, als 100 000 Demonstranten durch das Zentrum zogen mit Transparenten wie „Stoppt den Krieg“.

Gut 45 000 Demonstranten versammelten sich in London vor der Botschaft der USA und forderten den Abzug aller ausländischer Truppen aus dem Irak. Sie skandierten „George Bush und Uncle Sam – Irak wird euer Vietnam“. Proteste gab es auch in Australien, Skandinavien, der Türkei und Griechenland. In den USA demonstrierten mehrere zehntausend Menschen in Los Angeles, New York und San Francisco mit Fotos von toten Soldaten und Zivilisten sowie Sarg-Attrappen. Sie forderten den Abzug der US-Truppen aus dem Irak.

US-Präsident George W. Bush würdigte hingegen am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache die Fortschritte auf dem Weg zur Demokratie, die der Irak inzwischen gemacht habe. Durch den Sturz Saddam Husseins sei eine Bedrohung abgewendet worden. „Dank unseres Handelns greift die Freiheit im Irak um sich und das amerikanische Volk ist sicherer“, sagte er. Vor zwei Jahren habe man damit begonnen, das irakische Volk zu befreien und die Welt vor einer schlimmen Gefahr bewahrt. Im Hinblick auf die Zukunft im Kampf gegen den Terrorismus sagte Bush das Überleben der Freiheit der USA hänge immer stärker von der Freiheit anderer Länder ab. „Wir müssen und wir werden uns Bedrohungen für Amerika stellen, bevor sie wirklich zu Stande kommen.“

Dank des Einschreitens der USA sei die heutige irakische Regierung keine Gefahr mehr, weder für die Welt noch für die irakische Bevölkerung. Das Beispiel des Irak stärke zudem die demokratischen Kräfte in der Region. Als Beispiel nannte Bush jüngste Entwicklungen im Libanon, wo die Opposition beinahe täglich mit Massenprotesten für einen Abzug syrischer Truppen und einen Rücktritt der pro-syrischen Regierung demonstriert. Bush betonte außerdem, dass sich der Einsatz im Irak mittlerweile verstärkt auf die Ausbildung der dortigen Sicherheitskräfte konzentriere. Sobald diese in der Lage seien, ihr Land selbst zu verteidigen, würden die US-Soldaten zurückkehren. Dies erhöht den Druck auf Bush, einen Zeitplan für den Abzug der US-Truppen anzukündigen.

Die Sicherheitslage im Irak jedoch bleibt weiterhin angespannt. Am Samstag sprengte sich ein Selbstmordattentäter im westlich von Bagdad gelegenen Ramadi mit seinem Auto in der Nähe eines US-Militärkonvois in die Luft. Informationen über Opfer lagen zunächst nicht vor. Der irakische Arm der Extremisten-Organisation Al-Kaida bekannte sich auf einer Internetseite zu der Tat. Bei einem weiteren Bombenanschlag in der nordirakischen Stadt Kirkuk wurden vier Polizisten getötet. Sie sind in letzter Zeit bevorzugtes Ziel von Anschlägen durch Aufständische.

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