Bushs konservativer Mitstreiter scheitert am Kongress
John Bolton gibt sich geschlagen

Vier Wochen nach der Wahlniederlage der Republikaner im Kongress hat der amerikanische Uno-Botschafter John Bolton die Konsequenzen gezogen und seinen Rücktritt eingereicht. Damit verliert US-Präsident George W. Bush einen weiteren engen Mitstreiter für seine Politik im Mittleren Osten und seinen Kampf gegen den Terror.

WASHINGTON. „Mit tiefem Bedauern“ akzeptierte Bush den Abschied seines Botschafters am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Allerdings war die Zukunft von Bolton nach den Kongresswahlen am 7. November ohnehin mehr als fraglich geworden. Der 58-jährige Bolton hatte sowohl im scheidenden und noch weniger im neuen Senat realistische Chancen auf eine Bestätigung.

Der Jurist galt als umstritten – sowohl aufgrund seiner oft hemdsärmeligen Umgangsformen, wie auch wegen seiner radikalen Ansichten. Mit beißender Kritik an der angeblichen Ineffizienz der Uno hatte er sich schon früh einen zwiespältigen Ruf erworben. Zwar bemühte er sich in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren um ein positiveres Image. Doch blieb er die Hassfigur vieler Demokraten und Irak-Kriegsgegner.

Bush hatte Bolton im August 2005 nur mit einem verfahrenstechnischen Trick als Uno-Botschafter installieren können. Nachdem es Bolton auch nach 20 Besuchen auf dem Capitol Hill nicht gelungen war, eine Mehrheit der Senatoren – insbesondere auch republikanische – von seiner Eignung zu überzeugen, nutzte Bush die Sommerpause, um den konservativen Bolton per Präsidentenentscheid zu ernennen. Bush zog sich mit diesem Schachzug den tiefen Unmut bei den seinerzeit oppositionellen Demokraten zu. Klar war damit aber auch, dass Boltons Amtszeit mit dem Ende der Legislaturperiode des Kongresses auslaufen würde.

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