Charme-Offensive
Präsident geht auf Amerikas Wirtschaft zu

US-Präsident Barack Obama konzentriert sich nach deutlicher Kritik aus der Wirtschaft wieder stärker auf die Forderungen der US-Unternehmen. Für den 18. November kündigte das Weiße Haus gestern ein Treffen mit einflussreichen Republikanern an. Auf der Agenda stehen vor allem wirtschaftspolitische Fragen.
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NEW YORK. US-Präsident Barack Obama konzentriert sich nach deutlicher Kritik aus der Wirtschaft wieder stärker auf die Forderungen der US-Unternehmen. Für den 18. November kündigte das Weiße Haus gestern ein Treffen mit einflussreichen Republikanern an. Dabei soll es vor allem um wirtschaftspolitische Fragen wie die Besteuerung von Unternehmen und die Verlängerung der Steuergeschenke von Obamas Vorgänger George W. Bush gehen. Die Regierung wolle den Unternehmen so schnell wie möglich signalisieren, was sie für das nächste Jahr zu erwarten haben, hieß es.

Obama hat nach der deutlichen Niederlage bei den Kongresswahlen Fehler in seiner Wirtschaftspolitik eingeräumt. Er habe seine Prioritäten in Vergangenheit weder der Geschäftswelt noch dem Land deutlich genug gemacht. "Das wichtigste im Moment ist, dass wir unsere Unternehmen fördern und sicherstellen, dass sie Leute einstellen", sagte Obama.

Die einflussreiche US-Handelskammer hatte die Politik des Präsidenten im Wahlkampf als "geschäftsfeindlich" gebrandmarkt. Amerikas Konzerne sitzen auf Kapital im Wert von insgesamt 2 Billionen Dollar, das sie wegen der anhaltenden Unsicherheiten in der Politik derzeit nicht investieren wollen.

Ein weiteres Zeichen an die Geschäftswelt setzt Obama heute bei seiner Indienreise. Er wird ein hochkarätiges Treffen amerikanischer und indischer Unternehmer besuchen und will den US-Konzernen Aufträge in Milliardenhöhe sichern. An seiner Seite wird unter anderem der Chef des Mischkonzerns General Electric (GE), Jeff Immelt, sein. Immelt ist ein externer Berater und Unterstützer des Präsidenten, hatte sich Medienberichten zufolge jedoch im Hintergrund kritisch über Obama geäußert.

"Der Fokus liegt darauf, wie wir Märkte öffnen, damit amerikanische Unternehmen florieren können", betonte der Präsident. Er will US-Exporte in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Wieviel Arbeit noch vor ihm liegt, werden die Arbeitslosenzahlen für den Oktober zeigen, die heute veröffentlicht werden.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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