Chefstratege des US-Präsidenten
Trump entfernt Bannon aus Nationalem Sicherheitsrat

US-Präsident Donald Trump hat seinen Chefstrategen Stephen Bannon aus dem Nationalen Sicherheitsrat der USA abgezogen. Der Rechtsnationalist war quer durch alle politischen Lager für seine Haltung scharf kritisiert worden.
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WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch seinen Nationalen Sicherheitsrat umgebaut. Seinem Chefstrategen, dem Rechtsnationalisten Stephen Bannon, entzog er den Sitz als ständiges Mitglied des Rates. Der extrem konservative und aggressive Bannon war Ende Januar in das „Principals Committee“, eine Unterabteilung des Rates, berufen worden. Auch die Befugnisse von Trumps Sicherheitsberater Tom Bossert wurden herabgestuft.

Wie aus einem internen Papier hervorgeht, hat Trump gleichzeitig den nationalen Geheimdienstdirektor Dan Coats und Generalstabschef Joseph Dunford wieder zu ständigen Mitgliedern erklärt. Das berichtete der amerikanische Fernsehsender Bloomberg. Beide wurden nach der Ernennung Bannons degradiert und sollten nur noch bei Bedarf an Sitzungen des Sicherheitsrates teilnehmen.

Der Nationale Sicherheitsrat ist ein beratendes Gremium, das die Außen- und Sicherheitspolitik der USA maßgeblich mitbestimmt. Zu ständigen Mitgliedern der Sitzungen zählen unter anderem der Außen- und der Verteidigungsminister.

Der Abgang von Bannon bedeutet, dass der neue nationale Sicherheitsberater der USA, General Herbert Raymond McMaster, den Machtkampf innerhalb des wichtigen Gremiums gewonnen hat. Der Vorzeige-Soldat McMaster gilt als Stimme der Vernunft, während Bannon oft kriegstreiberische Parolen ausgegeben hat.

Bannon war nicht nur von der Opposition kritisiert worden, sondern sorgte auch unter Republikanern und außenpolitischen Experten für Stirnrunzeln. Der Abgang Bannons könnte als Schritt gewertet werden, dass Trump sich in den heiklen Fragen der Sicherheit und der Außenpolitik vielleicht nun doch stärker auf erfahrene Kräfte stützt.

Trumps Umstrukturierung des Nationalen Sicherheitsrates gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft war auf scharfe Kritik gestoßen. Die ehemalige Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice bezeichnete die Entscheidung, Bannon zum ständigen Mitglied zu machen, als „vollkommen verrückt“. Damals rechtfertigte Trumps Sprecher Sean Spicer die Entscheidung noch mit Bannons früherem Rang als Marine-Offizier. Es sei „entscheidend“, wenn der Chefstratege mit seinem „bedeutenden militärischen Hintergrund“, der die abschließende Analyse des Präsidenten mit anleite, in dem Gremium dabei sei.

Bannon studierte an der Harvard Business School und begann seine Karriere als Investmentbanker bei Goldman Sachs. Später wurde er Produzent in Hollywood, bevor er die Leitung der Webseite „Breitbart News“ übernahm, die wegen ihrer Nähe zum Ku-Klux-Klan, weißen Nationalisten und Antisemiten umstritten ist. Zuletzt hatte Bannon für Empörung gesorgt, weil er die etablierten Medien in den USA aufgefordert hatte, „den Mund zu halten“.

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  • Oh my God! Der gute Steve! Dabei wollte Papa Donald die USA doch wie ein gutes Familienunternehmen führen... Und nächste Woche einen Atomkrieg gegen Nordkorea starten. Wie soll das nun gehen, ohne seine beste lose Kanone an Bord? Wenn jetzt noch Ivanka aus dem irren Perlenkettchen-Milliardärs-Club aussteigt, stehen die USA bald völlig kopflos da? Wo soll das alles enden? Und was wird unserem Marc Hoffmann einfallen, dem deutschen Trumpisten Number One, um diesen Affentanz im Weißen Haus schönzureden? Bleiben sie dran, gleich gehts weiter. (Wenn Donald nicht vorher im Alleingang die Schlitzaugen nuked)

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