CIC
China löst sich von US-Staatsanleihen

Chinas mächtiger Staatsfonds geht weiter auf Einkaufstour und nimmt dabei vor allem den Rohstoffsektor ins Visier. Die China Investment Corporation (CIC) habe bislang 55 Mrd. Dollar im Ausland angelegt, sagte deren Chef Lou Jiwei am Mittwoch in Peking. Der milliardenschwere CIC will vor allem in Rohstoffe und Immobilien investieren und damit seine Abhängigkeit von US-Staatsanleihen mindern.
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PEKING. Jiwei betonte jedoch, dass es sich bei den Engagements um reine Finanzanlagen handele. Die CIC wolle nicht die Kontrolle der Firmen übernehmen, in die man investiere. Der Ertrag aus den Investments sei dieses Jahr bislang "nicht schlecht", sagte der Chef des finanzstärksten Staatsfonds der Welt.

"Unsere Strategie ist, Geld zu machen", so Lou Jiwei. Nach ersten glücklosen Beteiligungen war der Staatsfonds im vergangenen Jahr in China in die Kritik geraten. Jetzt sieht man bei der CIC jedoch gute Möglichkeiten für weitere Beteiligungen an globalen Rohstoffkonzernen, aber auch im Immobiliensektor. Dafür stehen nach den Worten des CIC-Chefs insgesamt 110 Mrd. Dollar zur Verfügung, davon sei die Hälfte nun bereits aufgebraucht.

China verfügt weltweit über die höchsten Währungsreserven. Ende September stiegen sie auf den Rekordstand von 2,3 Billionen Dollar. Einen Teil verwaltet der 2007 gegründete Staatsfonds, der mit einem Startkapital von 200 Mrd. Dollar ausgestattet wurde. Ende 2008 lagen die CIC-Vermögenswerte bei 300 Mrd. Dollar. Der Hauptteil der CIC-Kasse floss aber in drei chinesische Großbanken, an denen sich der Fonds beteiligt hat.

Insgesamt verwalten Staatsfonds weltweit momentan ein Vermögen von rund drei Billionen Dollar. Nicht nur Chinas Staatsfonds, auch die Investmentarme anderer Regierungen werden sich im kommenden Jahr auf den Rohstoffbereich konzentrieren, ist Gay Hue Evans, Vize-Chairman für das Investmentbanking bei Barclays, überzeugt. Viele Staatsfonds hätten ihre Investmentstrategie neu ausgerichtet, nachdem sie Milliarden durch Beteiligungen verloren hätten.

Nach Evans' Worten hat die Pekinger CIC dieses Jahr mit den meisten Zukäufen abgeschlossen. Im Immobilienbereich hat der Fonds vor allem die USA im Visier, dort will sich China laut Medienberichten unter anderem auch mit zwei Mrd. Dollar an dem öffentlich-privaten Bad-Bank-Modell der USA beteiligen. Peking rechne im Jahresverlauf mit einer Erholung auf dem US-Immobilienmarkt. Der deutsche Immobilienmarkt sei dagegen für die Chinesen viel zu klein und noch immer zu teuer, heißt es in Peking.

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