Condoleezza Rice gilt als heiße Anwärterin auf die Nachfolge
Colin Powell tritt zurück

Colin Powell, populärstes Mitglied der Regierungsmannschaft des wiedergewählten Präsidenten George W. Bush, hat seinen Rücktritt eingereicht. Im Lager der republikanischen Partei wurde am Montag als Anwärterin auf seine Nachfolge die US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice genannt.

HB WASHINGTON. „Jetzt, da die Wahl vorüber ist, ist für mich die Zeit gekommen, als Außenminister zurückzutreten und ins Privatleben zurückzukehren“, begründete Powell in einem Brief an Bush seinen Rücktritt. Überraschend kam diese Entscheidung nicht - schon vor der Wiederwahl Bushs hatte es immer wieder Spekulationen über einen Rücktritt des ersten schwarzen US-Außenministers gegeben. Der 67-Jährige werde allerdings bis Januar auf seinem Posten bleiben, bis ein Nachfolger im Amt sei, hieß es in US-Regierungskreisen. Powell vertrat oft eine gemäßigtere Haltung in außenpolitischen Fragen als etwa Vizepräsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, die als Vertreter einer harten Linie gelten. Besonders deutlich traten die Differenzen im Irak-Konflikt zu Tage.

Trotz der Meinungsverschiedenheiten hatte Powell im Jahr 2003 den umstrittenen Irak-Kurs Bushs vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) in einer Präsentation verteidigt, und damit den Weg für die spätere Invasion Iraks geebnet. Der als Sohn jamaikanischer Einwanderer in New York Geborene symbolisierte mit seiner militärischen und politischen Karriere in den Augen vieler den amerikanischen Traum. Als er Ende der 90er Jahre von Parteifreunden ermuntert wurde, sich für das Amt des US-Präsidenten zu bewerben, lehnte er dankend ab. Der Vietnam-Veteran und hoch dekorierte General blieb auch während seiner politischen Karriere seinen Wurzeln treu. Präsident George Bush machte ihn Ende der 80er Jahre zum ranghöchsten Offizier der USA. In dieser Position führte er 1991 den Golfkrieg im Irak. 2001 holte Präsident Bush Powell aus dem Ruhestand auf die Regierungsbank. Weltweit respektiert und im eigenen Land das beliebteste Regierungsmitglied, wird Powell auch als der Mann in Erinnerung bleiben, der sich loyal hinter Bush und seine Irak-Invasion stellte. Als der ehemalige Vier-Sterne-General nach dem Tod von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat den Dialog mit der neuen palästinensischen Führung suchte, hatten Beobachter dies zunächst als mögliches Zeichen für eine zweite Amtszeit Powells gewertet. Nach palästinensischen Regierungsangaben wird der scheidende Außenminister in der kommenden Woche zu Gesprächen im Westjordanland erwartet. Der Chefunterhändler der Palästinenser, Saeb Erekat, zollte Powell höchsten Respekt, machte aber deutlich, dass die US-Außenpolitik nicht von einer einzelnen Person abhänge. „Wir hoffen, dass die Politik der USA zum Ende der israelischen Besatzung führt und die Vision zweier Staaten - Israels und Palästinas - von Präsident Bush umgesetzt wird“. Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer würdigte die Professionalität und den freundschaftlichen Umgang seines scheidenden Kollegen.

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