Demokraten-Parteitag
Die Neuerfindung des Barack Obama

Zum Finale des Demokraten-Parteitags will am Abend Barack Obama seine große Rede halten. Er wird das Bild von sich vervollständigen, das Ehefrau Michelle Obama und Bill Clinton gekonnt vorbereitet hatten.
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CharlotteDie ersten Fans enttäuschte Barack Obama bereits am Mittwoch, allerdings kann er dafür nichts. Aus Sorge vor Unwetter musste die Parteitagsregie die Abschlussrede des US-Präsidenten heute Abend verlegen – von der riesigenen Football-Arena mit 80.000 Plätzen und ohne Dach in ein deutlich kleines Basketball-Stadion in der Innenstadt von Charlotte, North Carolina. Das sichert einen reibungslosen Ablauf der Show, lässt aber Tausende, die ihren Präsidenten sehen wollten, außen vor.

Am Abend zur besten Sendezeit wird Obama dann zusehen, dass er die vielen anderen Enttäuschten im Land zurück auf seine Seite zieht. Während Millionen Amerikaner mit Zukunftssorgen und Arbeitslosigkeit kämpfen, wird der Präsident die große Chance bekommen, erst einmal seinen Job zu retten. Um dann, wie er verspricht, „Amerika zurück an die Arbeit zu bringen“.

Die Erwartungen an die Rede könnten höher nicht sein. Was wird dem Präsidenten einfallen, jetzt, nach vier Jahren Amtszeit, wo „Hope“ und „Yes, we can“ nicht mehr ziehen? „Er muss die Wäher daran erinnern, warum sie damals für ihn gestimmt haben“, sagte Politik-Professor Costas Panagopoulos im TV-Sender CNN. Und er müsse vermitteln, dass seine Entscheidungen Amerika gutgetan haben, auch wenn sich das Land noch nicht von der Wirtschaftskrise erholt hat.

Auf dem dreitägigen Nominierungsparteitag der Demokraten trugen alle Redner dazu bei, in den Köpfen der Wähler das Bild des unermüdlichen Kämpfers Obama zu formen. Dem die Republikaner ein Chaos hinterlassen hatten, der unter schwersten Bedingungen gestartet war und trotz aller Probleme eine Menge erreicht habe. Dass es den Leuten heute besser gehe als noch vor vier Jahren.

Die Amerikaner hätten die Wahl, so die Botschaft, zwischen zwei Visionen: Dem Modell des Republikaners Mitt Romney von einer Gesellschaft, in der sich der Staat aus allem heraushält, in der Reiche weniger Steuern zahlen und jeder auf sich allein gestellt ist. Und auf der anderen Seite der Idee Obamas von fairen Bedingungen, in denen jeder seine Chance bekommt und Staat und Wirtschaft gemeinsam das Land nach vorne bringen.

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Es geht für Obama um Vertrauen

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