Devisenreserven aufgebraucht
Steinmeier fordert zügige IWF-Hilfe für Pakistan

Bundesaußenminister Steinmeier drückt aufs Tempo: Um einen Finanzkollaps Pakistans zu verhindern, müsse in den nächsten Tagen ein Hilfspaket geschnürt werden. Steinmeier sieht den Internationalen Währungsfonds (IWF) in der Pflicht, rasch zu einer entsprechenden Vereinbarung zu kommen.

ISLAMABAD. Pakistan muss innerhalb der nächsten sechs Tagen eine Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abschließen, um einen drohenden Finanzkollaps zu verhindern. Das hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nach einem Treffen mit dem pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zadari und Außenminister Shah Mehmood Qureshi in Islamabad gefordert. Mitte November soll außerdem die neu gegründete internationale Gruppe „Freunde des demokratischen Pakistan“ über ein Hilfspaket reden, mit dem die islamische Atommacht stabilisiert werden soll. Zu der Gruppe gehören auch die USA und China. Der kurzfristige Finanzbedarf des Landes wird auf rund sieben Mrd. Dollar geschätzt.

Pakistan hat wegen der stark gestiegenen Importpreise für Lebensmittel und Öl in den vergangenen Monaten nahezu alle seine Devisenreserven aufgebraucht. Die Regierung rechnet damit, dass das Land nach dem 10. November international zahlungsunfähig werden könnte. Um an dringend benötige Deviseneinnahmen zu kommen, forderte Außenminister Qureshi am Dienstag deshalb auch, die EU solle ihre Antidumpingzölle für pakistanische Textilien aufheben, dem mit Abstand größten Exportsektor des Landes.

Nachdem die Regierung in Islamabad lange vergeblich versucht hatte, bilaterale Hilfe von den Golfstaaten oder China zu erhalten, bat sie nun internationale Organisationen um Unterstützung. Auch die Weltbank sperrte am Montag aber eine zugesagte Hilfe von 300 Millionen Dollar und drang zunächst auf eine Vereinbarung mit dem IWF. Ein Abkommen mit dem Währungsfonds wird in Islamabad nur als „Plan C“ angesehen, weil der IWF eine Finanzspritze wohl nur gegen harte Auflagen etwa zur Haushaltskonsolidierung gewähren wird.

Steinmeier zeigte sich nach den Gesprächen zufrieden, die Regierung habe nun offensichtlich verstanden, dass das Land „ohne den IWF nicht über die Runden kommt“. Er sagte zu, dass sich Deutschland für einen Abschluss einsetzen und bei anderen Ländern wie den Golfstaaten dann für Hilfe werben wolle. Deutschland sei auch zu einer erhöhten Entwicklungshilfe in den Gebieten Bildung, Gesundheit und Energieversorgung bereit, wenn dafür konkrete Projekte vorgelegt würden. Qureshi regte sehr viel engere Beziehungen mit Deutschland auf „wirtschaftlichem, politischen, militärischen und kulturellen Gebiet“ an.

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