Dimitris Droutsas
Griechenlands Ex-Außenminister wirft Merkel Inszenierung vor

Griechenlands Ex-Außenminister Dimitris Droutsas kritisiert den Merkel-Besuch in Athen. Droutsas wirft der Kanzlerin politisches Kalkül vor. Die Euphorie über Griechenlands Zugang zu den Finanzmärkten sieht er kritisch.
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BerlinDer ehemalige griechische Außenminister Dimitris Droutsas hält den Besuch der Kanzlerin Angela Merkel am Freitag in Athen für eine Inszenierung im Europa-Wahlkampf. „Dieser Besuch von Frau Merkel in Athen ist ein rein politisch motivierter Besuch und ist leider sehr weit entfernt von dem, was der Bürger in Griechenland benötigt“, sagte Droutsas, der heute für die in Griechenland mitregierenden Sozialisten im Europäischen Parlament sitzt, dem Südwestrundfunk (SWR).

Der konservative Ministerpräsident Antonio Samaras brauche diese Visite, um zu zeigen, dass er „von den Mächtigen Europas“ anerkannt werde. Merkel wolle der deutschen Öffentlichkeit beweisen, dass ihre Krisenpolitik richtig sei.

Dazu passten auch die Meldungen, dass Griechenland sich zum ersten Mal wieder Geld auf den Finanzmärkten beschafft habe. Vor allzu viel Euphorie über diese Entscheidung müsse aber gewarnt werden, sagte Droutsas. „Ich glaube nicht, dass Griechenland ohne einen weiteren großzügigen Schuldenschnitt in der Zukunft wieder auf eigenen Füßen stehen kann.“ Die EU müsse dies „schleunigst“ einsehen, um die Krise in Griechenland und die Krise des Euro lösen zu können.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Dimitris Droutsas: Griechenlands Ex-Außenminister wirft Merkel Inszenierung vor"

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  • Dreist, dreister, Droutsas!

    Solche Aussagen machen uns Griechenland lieb und teuer. Schon bitter, daß unsere Politiker meinen, dies wäre notwendig und alternativlos. Kein Wunder, daß bald die ganze Welt bei uns im Haus steht und letztendlich alles bis aufs Haus haben will und auch bekommt.

  • Deutschlandwrd nicht nur die Schulden aller klamen Eurozoneländer übernehmen, - sondern künftig auch die Renten, Arbeitslosengelder, Sozialversorgen usw.

    Deutschland wird alles zahlen - alles !

  • „Ich glaube nicht, dass Griechenland ohne einen weiteren großzügigen Schuldenschnitt in der Zukunft wieder auf eigenen Füßen stehen kann.“ Die EU müsse dies „schleunigst“ einsehen, um die Krise in Griechenland und die Krise des Euro lösen zu können.

    Hier liegt man leider völlig falsch. GR ist nicht der einzige Patient der Eurozone auf Intensiv. Es gibt jede Menge Euro Länder, die nicht in der Lage sind ihre Schulden zurückzuzahlen, ja sogar für die zu zahlenden Zinsen neue Schulden aufnehmen müssen.
    So wird die Schuldsumme immer größer. Eine Zinserhöhung in absehbarer Zeit heißt sofortige Insolvenz. Da hilft auch eine Unendlichkeitserklärung von Draghi nur kurzfristig weiter.

    Wir sind auf einem guten Weg?
    Wenn ich mir die Zahlen und ihre Entwicklung ansehe, glaube ich eher nicht.

    Schönen Tag noch.

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