Dokumentation
„Der Euro benötigt eine europäische Lösung“

Rund 100 Politiker, Wissenschaftler und Geschäftsleute aus Europa und den USA fordern im Kampf gegen die Schuldenkrise radikalere Lösungen. Wir dokumentieren ihren Offenen Brief im Wortlaut.
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Die Eurokrise muss sofort gelöst werden. Die derzeitigen Maßnahmen sind nicht ausreichend, kommen zu spät und lösen weltweit Verwerfungen auf den Finanzmärkten aus. Der Euro ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Dies hat die derzeitige Krise gezeigt.

Als Reaktion darauf muss man jedoch die Konstruktionsfehler beheben statt zuzulassen, dass durch die Krise das globale Finanzsystem untergraben oder womöglich zerstört wird.

Als besorgte Europäer rufen wir die Regierungen der Eurozone dazu auf, prinzipiell die Notwendigkeit eines rechtlich bindenden Abkommens anzuerkennen, das die folgenden Punkte enthält: erstens, die Errichtung eines gemeinsamen Finanzinstituts, das dazu in der Lage ist, finanzielle Mittel für die Eurozone als Ganzes zu beschaffen und sicherzustellen, dass die Mitgliedsstaaten die Haushaltsdisziplin respektieren; zweitens, die

Verstärkung der gemeinsamen Überwachung und Regulierung (des Finanzsystems) und der Einlagensicherung innerhalb der Eurozone; und drittens die Entwicklung einer Strategie, die sowohl wirtschaftliche Konvergenz als auch Wirtschaftswachstum erzeugt, da das Schuldenproblem nicht ohne Wachstum gelöst werden kann.

Bis ein rechtlich verbindliches Abkommen ausgehandelt und ratifiziert ist,  müssen die Regierungen der Eurozone die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) und die Europäische Zentralbank (EZB) zu einer verstärkten Zusammenarbeit ermächtigen, damit die Krise unter Kontrolle gebracht werden kann. Diese Institutionen wären  dadurch in der Lage, die Stabilität des Bankensystems in der Interimszeit zu garantieren und ihm  schließlich Kapital zuzuführen. Außerdem würden sie es in dieser Zeit in Bedrängnis geratenen  Ländern ermöglichen, innerhalb vereinbarter Obergrenzen ihre Schulden fast kostenfrei zu refinanzieren, indem diese kurzlaufende Schuldverschreibungen begeben die bei der EZB rediskontiert werden können.

Wir rufen die Parlamente der Euroländer dazu auf, anzuerkennen, dass der Euro eine europäische Lösung benötigt. Das Streben nach nationalen Lösungen führt unweigerlich zum Zusammenbruch .

Die Unterzeichner:

Asger Aamund (Denmark)

 Martti Ahtisaari (Finland)

Anders Aslund (Sweden)

Gordon Bajnai (Hungary)

Peter Bofinger (Germany)

Svetoslav Bojilov (Bulgaria)

Emma Bonino (Italy)

Maria Cattaui (Greece/Switzerland)

Daniel Cohn-Bendit (Germany)

Bertrand Collomb (France)

Massimo D’Alema (Italy)

Daniel Daianu (Romania)

George David (Cyprus/Greece)

Jean-Luc Dehaene (Belgium)

Pavol Demes (Slovakia)

Tibor Dessewffy (Hungary)

Andrew Duff (UK)

Hans Eichel (Germany)

Joschka Fischer (Germany)

Timothy Garton Ash (UK)

Anthony Giddens (UK)

Heather Grabbe (UK)

Jean-Marie Guéhenno (France)

Alfred Gusenbauer (Austria)

Charles Goodhart (United Kingdom)

Chris Haskins (UK/Ireland)

Pierre Hassner (France)

Steven Heinz (Austria)

Francois Heisbourg (France)

Diego Hidalgo (Spain)

Michiel van Hulten (The Netherlands)

Jaakko Iloniemi (Finland)

Wolfgang Ischinger (Germany)

Minna Jarvenpaa (Finland/US)

Mary Kaldor (UK)

Glenys Kinnock (UK)

Gerald Knaus (Austria)

Fiorella Kostoris (Italian)

Bernard Kouchner (France)

Ivan Krastev (Bulgaria)

Mark Leonard (UK)

Gerard Lyons (UK)

George Magnus (UK)

Tadeusz Mazowiecki (Poland)

Dominique Moisi (France)

Kalypso Nicolaidis (Greece/France)

Christine Ockrent (Belgium)

Dick Oosting (The Netherlands)

Mabel van Oranje (The Netherlands)

Ana Palacio (Spain)

Julian Priestly (UK)

Andrew Puddephatt (UK)

Hélène Rey (France)

George Robertson (UK)

Albert Rohan (Austria)

Dariusz Rosati (Poland)

Olivier Roy (France)

Daniel Sachs (Sweden)

Giuseppe Scognamiglio (Italy)

Narcís Serra (Spain)

David Simon (UK)

Aleksander Smolar (Poland)

Javier Solana (Spain)

Pedro Solbes (Spain)

George Soros (Hungary/US)

Ion Sturza (Romania)

Paweł Swieboda (Poland)

Loukas Tsoukalis (Greece)

Guy Verhofstadt (Belgium)

Vaira Vike-Freiberga (Latvia)

David Vines (UK)

Antonio Vitorino (Portugal)

Norbert Walter (Germany)

Stephen Wall (UK)

Carlos Alonso Zaldívar (Spain)

Stelios Zavvos (Greece)

Kommentare zu " Dokumentation: „Der Euro benötigt eine europäische Lösung“"

Alle Kommentare

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  • Die namentliche Aufstellung der "besorgten Europäer" liest sich wie die von Bilderbergern, Logenmitgliedern sowie Hochverrätern. Alle haben eines gemeinsam: Sie wollen eine NewWorldOrder (NWO) durchsetzen.

    Ihr Wirken richtet sich gegen alle Nationalstaaten, die zugunsten einer EU entrechtet werden, jedoch Zahlmeister bleiben sollen.

    Alle Unterzeichner sind erkennbar von den wahren Strippenziehern in ihre Ämtern platziert worden und geben als verzweifelten Versuch, schändliche Ziele von Anderen durchzusetzen, solche "Erklärungen" ab.

    Wohl wissend, dass allen Beteiligten das Wasser bis zum Halse steht. Wobei das Einsetzen der Lut erst begonnen hat...

  • Kann schon sein, daß der Euro eine europäische Lösung benötigt, aber benötigen wir den Euro? Ich jedenfalls nicht. Und niemand den ich kenne. Alle kamen mit der DM gut aus. Außer dem Großkapiotal und einigen anderen Verbrechern hat keiner einen meßbaren Vorteil vom Euro. Der kann ruhig weg und mit ihm der überbezahlte Wasserkopf in Brüssel. Nicht mal die Hofhaltung beim Sonnenkönig war derart kostenträchtig wie dieser Beamtenhaufen.

  • Die Forderung dieser Leute ist ein Widerspruch in sich selbst. Wer mit einem Finanzinstitut oder gar Eurobonds liebäugelt, verlagert Verantwortung auf eine nicht legitimierte Institution, die Nationalstaaten könnten weiterwursteln wie bisher, es wäre nichts gewonnen! Wir brauchen innerhalb der Euro-Zone keine weiteren kostenfressende Institute oder Institutionen, wir brauchen verantwortliche Regierungen, die ein europäisches Steuer-, Wirtschafts- und Sozialverssicherungsrecht schaffen und sich strikt an ihre eigene Regeln (Maastricht) halten!

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