Drehbuchautoren legen Arbeit nieder
Streik in Hollywood

Hollywoods Drehbuchschreiber legen sich mit den Studiobossen an. Erstmals seit fast 20 Jahren steht Hollywood wieder vor einem Streik der Autoren.

HB LOS ANGELES. In dem Tarifkonflikt hat die US-Gewerkschaft der Film- und Fernsehautoren ihre 12000 Mitglieder für Montag zum Arbeitsausstand aufgerufen. Der Streik könne allerdings in letzter Minute abgewendet werden, erklärte die Writers Guild of America (WGA) am Freitag in Los Angeles. Die Gewerkschaft sei zu Verhandlungen und einer Vertragsunterzeichnung am Wochenende bereit, sagte WGA-Chef Nick Counter. Die Alliance of Motion Picture und Television Producers als Vertreter der Arbeitgeberseite kritisierte den Streikaufruf als überstürzt und verantwortungslos. Am Sonntagmorgen sollten die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Der Tarifvertrag für die US-Drehbuchautoren war am Donnerstag ausgelaufen. Bei den seit Juli laufenden Neuverhandlungen geht es im Kern um die Frage, wie die Vergütung der Drehbuchschreiber dem digitalen Zeitalter angepasst werden soll. Die Autoren fordern einen größeren Anteil an den Einnahmen aus dem DVD-Geschäft und den Internet-Downloads. Die Filmstudios dagegen argumentieren, dies würde das Wachstum gefährden in Zeiten gestiegener Kosten, knapperer Margen und der zunehmenden Gefahr durch Raubkopierer.

Den bislang letzten größeren Streik der WGA hatte es 1988 gegeben. Er dauerte 22 Wochen und kostete die Branche schätzungsweise 500 Millionen Dollar. Experten zufolge dürfte ein Streik von gleicher Länge diesmal doppelt so teuer werden. Fans von Seifenopern und anderen Serien würden den Streik wohl zunächst kaum bemerken, da die Studios bis Anfang 2008 ausreichend bereits abgedrehte Folgen auf Lager haben. Aktuellen Sendungen wie etwa den Late-Night-Talkshows dürften aber ziemlich schnell die obligatorischen Späße ausgehen, da die professionellen Gag-Schreiber fehlten.

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