DRK: „Es wird eher schlimmer“
THW-Mitarbeiter weiter im Irak

Die Entwicklung im Irak hat Auswirkungen auf die Arbeit der Hilfsorganisationen vor Ort. Nicht nur das Deutsche Rote Kreuz (DRK) beobachtet die Entwicklung des Irak-Konflikts mit Sorge.

HB BERLIN/HAMBURG. „Es wird eher schlimmer als besser“, sagte DRK-Generalsekretär Clemens Graf von Waldburg-Zeil am Mittwoch in Berlin. Bereits seit Ende August sei kein deutscher DRK-Mitarbeiter mehr im Irak. Die Hilfsorganisation kündigte an, erst dann wieder Helfer aus Deutschland im Irak einzusetzen, wenn das Land sicherer geworden sei.

Dagegen sind die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) weiter im Irak. Eine Sprecherin des Innenministeriums Behörde dementierte am Mittwoch einen Bericht der „Bild“-Zeitung (Donnerstag), wonach die Bundesregierung das THW-Team abgezogen haben soll. THW-Sprecher Nicolas Hefner sagte der dpa/Rufa, die Spezialisten arbeiteten weiter an der Instandsetzung von Wasseranlagen im Irak. Das Blatt hatte sich auf Regierungskreise berufen, die den angeblichen Abzug mit der „angespannten Sicherheitslage“ begründet hätten. Seit Mitte September sind vier THW-Experten im Irak. Das Projekt soll zunächst bis Februar dauern.

DRK-Präsident Knut Ipsen warnte vor einer zu engen Zusammenarbeit mit den militärischen Kräften im Irak. „Das Internationale Rote Kreuz ist angegriffen worden, weil es als Organisation angesehen wurde, die der Bevölkerung hilft und als mittelbare Stütze des Besatzungssystems begriffen wurde“, sagte Ipsen. Als Lösung sehe er den Weg, sich bei jedem Auslandseinsatz auf dortige Rot-Kreuz- oder Roter-Halbmond- Vertretungen zu verlassen. „Die schlechteste Lösung wäre, sich vom Militär schützen zu lassen“, sagte er. Wenn Helfer Militärschutz in Anspruch nähmen, könnten sie Ziel von Anschlägen werden.

Diese Strategien der Zusammenarbeit mit den örtlichen Gruppierungen versucht das DRK auch in Afghanistan umzusetzen. Dort sind zur Zeit zehn deutsche Helfer für diese Hilfsorganisation im Einsatz und kümmern sich um Armenhäuser in den fünf größten afghanischen Städten.

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