Druck auf Griechenland
Ein Sonderkonto, damit die Zinsen auch ja fließen

Deutschland und Frankreich drängen darauf, dass die Griechen Geld zur Zinszahlung auf einem Extrakonto zurücklegen. Europa will zudem eine schnelle Einingungs Athens mit der Troika - aber die Griechen spielen auf Zeit.
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Paris/Berlin/MainzDeutschland und Frankreich verlieren die Geduld mit Griechenland. Um die Schuldenkrise endlich in den Griff zu kriegen, haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ein Sonderkonto zur Tilgung griechischer Schulden vorgeschlagen. Sie und Sarkozy hätten sich auf die Idee verständigt, dass die Zinszahlungen des Landes auf seine Schulden aus einem Sonderkonto kommen sollten, damit „wir eine Sicherheit haben, dass Griechenland seine Schulden bedienen kann“, sagte Merkel in Paris gegenüber Journalisten.

Unterdessen verhandelte der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos am Montagabend mit Vertretern der Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank über ein zweites Finanzierungspaket für das Land. Die griechische Regierung signalisierte im Vorfeld, dass sie dazu bereit sie, den geforderten Abbau von 15.000 Beamtenstellen in diesem Jahr doch mitragen zu wollen. Falls sich die die Regierung tragenden Parteien in Athen in diesen Fragen nicht verständigten, solle dem Land der Kredithahn zugedreht und das vereinbarte zweite Rettungspaket im Volumen von 130 Milliarden Euro nicht auf den Weg gebracht werden. Dies machte etwa die Bundeskanzlerin unmissverständlich in Paris deutlich: „Ich will bekräftigen: Es kann keine Einigung geben, wenn Troika-Vorschläge nicht umgesetzt werden.“

Merkel zeigte sich sichtlich ungeduldig über den Fortgang der Verhandlungen, bei denen in Aussicht gestellte Einigungen in den vergangenen Wochen immer wieder verschoben wurden. „Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, wie weitere Tage helfen sollen. Zeit ist jetzt der Schlüssel. Für die gesamte Euro-Zone steht viel auf dem Spiel“, sagte sie. Ein für Montag geplantes Treffen der Vorsitzenden der griechischen Koalitionsparteien über Zugeständnisse für eine weitere europäische Rettungszahlung war indes auf Dienstag verschoben worden. Die Unterschriften der Chefs der drei größten Parteien des Landes sind nötig, bevor das Rettungspaket festgezurrt werden kann. Dazu sollten sich eigentlich am Mittwoch die Euro-Finanzminister treffen, doch ein endgültiger Termin steht noch nicht fest.

Die Nerven liegen entsprechend blank: „Die Frist ist bereits verstrichen“, warnte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Merkel und Sarkozy forderten die griechische Regierung und alle Parteien in Athen mit deutlichen Worten auf, die zugesagten Reformen bedingungslos umzusetzen. Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei aber kein Thema, betonten beide.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy würdigte am Montagabend in Berlin die bisherigen Bemühungen Griechenlands zur Überwindung der Schuldenkrise, mahnte aber gleichzeitig weitere Anstrengungen an. In der Humboldt-Universität sagte er, Regierung und Parlament in Athen hätten „beeindruckende Schritte“ unternommen. „Aber es ist nicht genug“, fügte er hinzu. „Griechenland ist nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern für die Währungsunion insgesamt.“

Kommentare zu " Druck auf Griechenland: Ein Sonderkonto, damit die Zinsen auch ja fließen"

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  • Und wieder, stehen wir vor einer Entwicklung, die in dem Buch „Der Domino-Effekt – Die EU-Lüge und weltweite Täuschungen“ von Thomas Stütz so klar wie wir es hier sehen vorhergesagt wurde. Griechenland wird immer mehr unter Druck geraten und die EU-Vertreter immer ratloser.

    Das Buch „Der Domino-Effekt“ ist nach zwei Monaten bereits in der 2. Auflage auf dem Markt. Wenn Sie wissen wollen was auf der politischen Bühne demnächst noch kommt, lesen sie dieses Buch. Warten sie nicht mehr darauf, was man ihnen täglich vorsetzt. Lesen sie dieses Buch und dann beobachten sie die Politiker. Sie werden sehr gespannt die täglichen Meldungen erwarten.

    Die deutschsprachigen Regierungen, auch der Vorsitzende der Euro-Gruppe Jean-Claude Junker haben dieses Buch bereits seit 10. Dezember 2011. Es ist unglaublich was man hier zu diesem Thema erfährt. Hier wird all das vorausgesagt was noch kommen wird.

    Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Buch „Der Domino-Effekt“ am besten gleich beim führenden Anbieter im Internet zu bestellen.

    Der Vorsitzende der Euro-Gruppe Jean-Claude Junker hat in der Arte-Sendung „Der Domino-Effekt“ die Situation der Politiker auf den kurzen Nenner gebracht: „…das was hier passiert kann keiner lernen, … das steht in keinem Schulbuch.“

    Warum also warten was passiert, wenn es in der Person Thomas Stütz jemand gibt der dadurch, dass er die Dinge richtig sieht und alle weiteren Entwicklungen kennt beweist, dass es auch besser geht.

  • Und wieder, stehen wir vor einer Entwicklung, die in dem Buch „Der Domino-Effekt – Die EU-Lüge und weltweite Täuschungen“ von Thomas Stütz so klar wie wir es hier sehen vorhergesagt wurde. Griechenland wird immer mehr unter Druck geraten und die EU-Vertreter immer ratloser.

    Das Buch „Der Domino-Effekt“ ist nach zwei Monaten bereits in der 2. Auflage auf dem Markt. Wenn Sie wissen wollen was auf der politischen Bühne demnächst noch kommt, lesen sie dieses Buch. Warten sie nicht mehr darauf, was man ihnen täglich vorsetzt. Lesen sie dieses Buch und dann beobachten sie die Politiker. Sie werden sehr gespannt die täglichen Meldungen erwarten.

    Die deutschsprachigen Regierungen, auch der Vorsitzende der Euro-Gruppe Jean-Claude Junker haben dieses Buch bereits seit 10. Dezember 2011. Es ist unglaublich was man hier zu diesem Thema erfährt. Hier wird all das vorausgesagt was noch kommen wird.

    Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Buch „Der Domino-Effekt“ am besten gleich beim führenden Anbieter im Internet zu bestellen.

    Der Vorsitzende der Euro-Gruppe Jean-Claude Junker hat in der Arte-Sendung „Der Domino-Effekt“ die Situation der Politiker auf den kurzen Nenner gebracht: „…das was hier passiert kann keiner lernen, … das steht in keinem Schulbuch.“

    Warum also warten was passiert, wenn es in der Person Thomas Stütz jemand gibt der dadurch, dass er die Dinge richtig sieht und alle weiteren Entwicklungen kennt beweist, dass es auch besser geht.

  • @Hardy
    Ich habe in keinster Weise Herrn Sarrazin als Wirtschaftsweisen bezeichnet, ich zählte ihn zu den Bereich Finanzen. Ich schrieb weiterhin "auch ließe sich der eine oder andere Wirtschaftsweise oder Politiker für diese Partei gewinnen", damit meinte ich zum Beispiel die Herren Sinn (WW) und Bosbach (P).

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