EgyptAir-Maschine
Geiselnahme in entführtem Flugzeug endet unblutig

Ende eines Nervenkriegs: Ein ägyptisches Flugzeug wurde nach Zypern entführt. Nach und nach durften die Passagiere die Maschine verlassen. Der Entführer ergab sich – und wurde festgenommen.

NikosiaDie Flugzeugentführung auf Zypern ist unblutig zu Ende gegangen. Wie das zyprische Staatsfernsehen am Dienstag berichtete, wurde der Entführer festgenommen. Weder bei ihm noch in der Maschine fanden die Ermittler Hinweise auf Sprengstoff. Zuvor hatten alle Geiseln die Maschine der Egyptair auf dem Flughafen von Larnaka verlassen.

Der Entführer des Egyptair-Flugzeuges soll dem ägyptischen Staatsfernsehen zufolge ein in Kairo lebender Mann namens Seif al-Din M. sein. Der mutmaßliche Täter ist dem Sender zufolge Inhaber einer Firma und im Jahr 1957 geboren. Bilder sollen M. bei der Sicherheitskontrolle im ägyptischen Alexandria vor dem Flug zeigen.

Seif al-Din M. hatte am Dienstagmorgen eine ägyptische Passagiermaschine mit Dutzenden Menschen an Bord nach Zypern entführt. Hintergrund waren offenbar persönliche Motive des Entführers. Behördenvertretern zufolge verlangte der Mann, seine zyprische Ex-Frau wiederzusehen. Laut Medienberichten wollte er zudem Asyl beantragen. Zyperns Präsident Nicos Anastasiades schloss einen terroristischen Tathintergrund aus.

Der Airbus A320 der Fluggesellschaft Egyptair war am Morgen auf einem Inlandsflug von Alexandria nach Kairo, als die Maschine gegen 07.30 Uhr (MESZ) Funkkontakt mit der zyprischen Flugsicherheit aufnahm und um Landerlaubnis ersuchte, wie die zyprische Polizei mitteilte.

An Bord der Maschine waren nach Angaben von Egyptair und Ägyptens Luftfahrtminister Scherif Fathi 55 Passagiere. Zuvor hatte das Luftfahrtministerium von 81 Passagieren gesprochen, darunter 21 Ausländer – acht US-Bürger und mindestens elf EU-Bürger.

Nach Verhandlungen mit einem Krisenstab in Larnaka ließ der Entführer bald Dutzende Insassen frei, darunter alle ägyptischen Passagiere. Später berichtete das zyprische Staatsfernsehen, dass alle Geiseln die Maschine verlassen hätten.

Aus zyprischen Regierungskreisen verlautete, dass der Entführer seine frühere zyprische Ehefrau sehen wollte. Die Frau, die im Dorf Oroklini in der Nähe des Flughafens Larnaka lebt, sei in Begleitung eines Kindes zum Flughafen gebracht worden, berichtete der zyprische Fernsehsender Sigma.

Eine zyprische Polizeisprecherin bestätigte, dass die Ex-Frau am Flughafen eintraf. Das Paar hat demnach gemeinsame Kinder. Der Entführer ließ der Polizei angeblich einen auf Arabisch verfassten Brief zukommen lassen.

Präsident Anastasiades sagte bei einer Pressekonferenz, die Entführung stehe „nicht mit Terrorismus in Zusammenhang“. Auf die Frage nach der Ex-Frau des Mannes antwortete der Staatschef: „Es geht immer um eine Frau.“ Anastasiades telefonierte wegen des Vorfalls nach Angaben seines Sprechers mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi.

Der Entführer soll nach Angaben der ägyptischen Zivilluftfahrtbehörde zunächst mit der Zündung eines Sprengstoffgürtels gedroht haben. Daraufhin wurde der Flughafen von Larnaka vorübergehend geschlossen, alle Flüge wurden zum weiter westlich gelegenen Flughafen Paphos umgeleitet. Die Maschine wurde zu einem gesonderten Stellplatz geleitet. Dort blieb sie – bis der Entführer schließlich aufgab.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%