Einbindung der Entwicklungsländer
Ernährungskrise bestimmt den G8-Gipfel

"Members only!" Von diesem exklusiven Motto sind die G8-Staaten inzwischen weit abgerückt. Zu ihrem nächsten Gipfel kommende Woche in Japan werden zahlreiche Vertreter der Afrikanischen Union sowie die Spitzen der fünf größten Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika erwartet. Kritiker sehen indes eine übetriebene Einbindung der Entwicklungsländer.

BERLIN/TOKIO. Auch wichtige Anrainerstaaten Japans wie Südkorea, Indonesien und Australien sollen mit einbezogen werden. Mit insgesamt 22 Staats- und Regierungschefs erreicht Gastgeber Japan einen neuen Teilnehmerrekord für einen G8-Gipfel.

Kritiker sprechen bereits davon, dass Japan es mit der Einbindung der Entwicklungsländer übertrieben hat. Der neue japanische Premier Yasuo Fukuda wolle den Einfluss der Chinesen verringern, indem er möglichst viele andere Teilnehmer zusammen mit ihnen an den Tisch setzt, vermutet ein indischer Diplomat.

Dagegen wird in Berliner Regierungskreisen darauf hingewiesen, dass ohne eine breite Einbeziehung der großen Schwellenländer keine Einigung beim Klimaschutz vorstellbar sei. Dieses Thema steht für Bundeskanzlerin Angela Merkel immer noch ganz oben auf der Prioritätenliste. Allerdings soll erst Ende 2009 in Kopenhagen das zweite, große Klimaschutzabkommen nach Kyoto beschlossen werden , das konkrete Emissionsminderungen für die Zeit nach 2012 vorsieht. Es wird deshalb in Berlin schon als Erfolg bewertet, wenn es den G8-Staaten in dieser schwierigen Zwischensituation nächste Woche beim Gipfel in Japan gelingen würde, wichtige Schwellenländer wie China oder Indien zu eigenen Reduktionszielen zu bringen. Keinesfalls will man hinter die Vereinbarungen zurückfallen, die auf dem letzten Gipfel in Heiligendamm beschlossen wurden.

Die Entwicklungsländer sollen zudem durch Hilfsfonds in die Lage versetzt werden, künftig mehr in Klimaschutz zu investieren. Gastgeber Japan indes will versuchen, das für die Minderungsziele maßgebende Referenzjahr 1990 zu verändern. Während Deutschland von diesem Basisjahr enorm profitiert, weil mit dem Mauerfall auch die umweltschädliche DDR-Industrie zusammenbrach, rechnet Japan vor, dass durch Technikeinsatz schon seit den 70er-Jahren so viel Emissionen eingespart wurden, dass weitere Effiziensteigerungen schwer zu erzielen sein würden. Japan will nun zunächst auf ein Basisjahr verzichten, was aber im Kreis der G8 äußerst kritisch gesehen wird. Allerdings gibt es Hoffnungen, dass das konkrete Langfristziel, bis 2050 die Hälfte aller Emissionen einzusparen, Eingang in die Abschlusserklärung des Gipfels findet.

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