Eine vierte italienische Geisel wurde im April vor laufender Kamera erschossen
Drei italienische Geiseln im Irak befreit

Drei seit April im Irak entführte italienische Geiseln und ein verschleppter Pole sind am Dienstag von Koalitionstruppen in der Nähe von Bagdad befreit worden.

HB ROM. „Dies war das glückliche Ende einer Geschichte, die tragisch hätte enden können“, sagte Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Fernsehen. Die drei Italiener seien in guter Verfassung und sollen am Mittwoch in Italien ankommen. Außenminister Franco Frattini sagte zu der Befreiungsaktion, es habe weder ein Blutvergießen gegeben noch eine Abmachung mit den Entführern. Bei dem befreiten Polen handelt es sich um den Manager einer Baufirma. Er war vor einer Woche entführt worden.

Der Kommandeur der US-Truppen im Irak, Generalleutnant Ricardo Sanchez, sagte, einige der Entführer seien bei der Operation festgenommen worden, bei der kein Schuss gefallen sei. Berlusconi sagte, die Truppen hätten den Aufenthaltsort der Geiseln bereits vor einigen Tagen ausfindig gemacht. Am Dienstag habe sich dann eine günstige Zugriffsmöglichkeit ergeben. Der Vater einer der befreiten Geiseln, Angelo Stefio, sagte im Fernsehen: „Das sind gute Nachrichten. Es ist eine große Freude, mir fehlen die Worte.“ „Der Albtraum ist vorbei“, freute sich die Mutter eines anderen und sagte: „Es ist, als ob mein Sohn Umberto heute neu geboren wurde.“ Papst Johannes Paul II. habe die Nachricht mit Freude und Erleichterung aufgenommen, sagte sein Sprecher.

Begonnen hatte das Geiseldrama für Italien am 12. April mit der Entführung von vier Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma in der Nähe von Bagdad. Einen Italiener hatten die Entführer erschossen, weil sich die italienische Regierung geweigert hatte, ihrer Forderung nach einem Truppenabzug nachzugeben. Die Entführer hatten auch mit der Ermordung der übrigen Geiseln gedroht, sollte die italienische Bevölkerung nicht binnen fünf Tagen gegen die Truppenpräsenz ihres Landes protestieren. Selbst der Papst hatte sich eingeschaltet und an die Italiener appelliert, für den Abzug zu demonstrieren.

Vergangene Woche hatte der arabische Fernsehsender El Dschasira Filmaufnahmen von den drei verbliebenen italienischen Geiseln gesendet. Einer von ihnen hatte gesagt, sie würden von den Entführern gut behandelt.

Am Dienstag kam auch ein Türke frei, der am Vortag in Falludscha zusammen mit einem weiteren Türken sowie ihrem irakischen Fahrer verschleppt worden war. Nach Angaben des türkischen Außenministeriums waren sie auf dem Weg von Mossul nach Falludscha gewesen, um Baumaterialien zu überprüfen. Sie arbeiteten für eine Firma in Mossul.

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