Einigung mit den USA erzielt
Günstige Medikamente für Entwicklungsländer

Die USA haben sich mit vier Entwicklungsländern auf ein Abkommen verständigt, mit dem armen Ländern der Zugang zu kostengünstigen Medikamenten gesichert werden soll. Damit wurde nach Angaben eines Delegierten ein Streit beigelegt, der möglicherweise die Freihandelsgespräche im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) gefährdet hätte.

Reuters GENF. „Die fünf haben sich geeinigt“, sagte der Chef-Schlichter bei dem Medikamentenstreit, der Botschafter Singapurs, Vanu Gopala Menon, am Mittwoch in Genf mit Blick auf die Gespräche zwischen den USA sowie Kenia, Südafrika und den beiden Herstellern von Nachahmer-Medikamenten, Brasilien und Indien.

Die Sicherstellung der Importe kostengünstiger Nachahmer-Medikamente in arme Entwicklungsländer gilt als überlebenswichtig für deren Kampf gegen Krankheiten wie Aids oder Malaria.

Die Mitgliedsländer der WTO mit Ausnahme der USA hatten sich bereits Ende vergangenen Jahres nahezu auf ein Abkommen verständigt. Die USA lehnten dies jedoch ab, weil US-Pharmakonzerne einen möglichen Missbrauch des Abkommens befürchteten, etwa durch Nachahmung von nicht lebenswichtigen Medikamenten wie der Potenzpille Viagra.

Nach Menons Abkommensentwurf werden nach Angaben von Hilfsorganisationen alle angemessenen Maßnahmen ergriffen, damit die an arme Länder verkauften Medikamente oder deren Inhaltsstoffe nicht auf den Märkten der reichen Ländern auftauchen können. Südafrikas Vertreter bei der WTO, Faizel Ismail, sagte, der Plan sei recht ausgeglichen und stehe kurz vor einer akzeptablen Lösung. Eine formelle Entscheidung über das Abkommen wird vermutlich nicht vor Donnerstag getroffen, da die Delegationen aller 146 WTO-Länder zunächst die Zustimmung ihrer Regierungen einholen müssen und WTO-Entscheidungen im Konsens getroffen werden.

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