Einsamer Präsident
Wichtiger Sicherheitsberater kehrt Obama den Rücken

Kurz vor den Kongresswahlen im November hat US-Präsident Obama einen weiteren wichtigen Berater verloren. Über den Abschied des erfahrenen Sicherheitsexperten James Jones war lange spekuliert worden. Denn der 66-Jährige wirkte in Obamas jungem Team oft wie ein Fremdkörper.
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WASHINGTON. US-Präsident Barack Obama verliert einen weiteren wichtigen Berater aus dem engsten Kreis. Keine zwei Jahre nach Übernahme dieses Amtes verlässt Sicherheitsberater James Jones seinen Posten im Weißen Haus. Ersetzt wird Jones durch seinen Stellvertreter Tom Donilon.

Damit haben innerhalb nur weniger Monate mehrere Schlüsselfiguren das Regierungsschiff verlassen. Mit Peter Orszag, Christina Romer und Larry Summers drei zentrale Mitglieder des Wirtschaftsteams, mit Rahm Emanuel Obams Stabschef und mit Jim Jones jetzt auch sein Sicherheitsberater. Zwar sind Wechsel im Weißen Haus nach zwei Jahren nicht unüblich. Die Häufung der Abgänge so kurz vor den Kongresswahlen am 2. November ist indes überraschend.

Im Falle von James Jones gab es Spekulationen über ein vorzeitiges Aus fast schon von Beginn an. Der 66-Jährige schien nicht in das Team junger und ehrgeiziger Politprofis rund um Obama zu passen. Jones wirkte zumeist umständlich und hölzern wo Schnelligkeit und Esprit verlangt waren. Während Jones auf einen geordneten Tagesablauf achtete und am frühen Abend sein Büro verließ, arbeiteten die anderen Spitzenberater meist bis in die Nacht. Intensiviert hatten sich die Gerüchte über sein Ausscheiden seit der Veröffentlichung von Bob Woodwards Buch „Obamas Wars“. Dort hieß es sarkastisch über den Sicherheitsberater: „Während wir mit 100 Meilen pro Stunden rotieren läuft Jones gerade mal auf 35 Meilen.“

In Woodwards neuem Bestseller wird Jones mit relativ freimütigen Einschätzungen über Obamas kürzlich ebenfalls ausgeschiedenen Stabschef Rahm Emanuel und Pentagon Chef Bob Gates zitiert. Emanuel habe ein wesentlich besseres Verhältnis mit Jones-Vize Donilon gepflegt, schreibt Woodward. Zudem fühlte sich Jones offenbar immer dann vorgeschickt, wenn es um unangenehme Entscheidungen ging. Die engsten Berater von Obama, David Axelrod und Robert Gibbs, bezeichnete Jones intern gerne als „Politbüro“ oder „Mafia“. Als ihm einmal der direkte Zugang zu Obama verweigert werden sollte, erzwang er sich diesen offenbar mit der Androhung seines Rücktritts.

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  • Stärker auf iran und China konzentrieren sagt Donilon? bleibt zu hoffen, dass damit keine militärischen Aktionen gemeint sind, denn das wäre Selbstmord. Die geeignetste politische Strategie der Amerikaner für Asien ist auch gleichzeitig die unwahrscheinlichste: Das Feldübergreifende Zusammenarbeiten auf allen Ebenen: iran, Pakistan und Syrien für die Lösung der Probleme in Afghanistan und irak einbinden, gemeinsam zur Terror- und Drogenbekämpfung beitragen (Die Taliban sind traditionell Feinde der iraner) und konstruktiv an den Problemen arbeiten, die man miteinander hat. Klingt einfacher als es ist, aber so viele Ressourcen, wie zurzeit in die Feindseeligkeiten gesteckt werden, können im Falle von Kooperationen Wunder bewirken und für alle Seiten eine Win-Win-Situation ermöglichen. bereitschaft dafür gibt es auf der anderen Seite bereits: http://tinyurl.com/2dtanbp

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