Einzelhaft und ohne Kontakt zu Anwälten
Haftverlängerung für mögliche Madrid-Attentäter

Insgesamt 13 Personen, zumeist Marokkaner, werden von der spanischen Polizei in den vegangenen Tagen festgenommen. Am Morgen erhärtete sich der Verdacht bei zwei Verdächtigen. Der Vorwurf lautet: Mord in 190 und versuchter Mord in 1 430 Fällen.

HB MADRID. Die spanische Polizei sucht fieberhaft nach den möglichen Attentätern der Anschläge von Madrid. Während der vorsitzende Richter, Juan del Olmo, am Dienstag einen im Zusammenhang mit den Anschlägen festgenommenen Marokkaner wegen Mangels an Beweisen freigelassen hatte, wurde für vier Verdächtige eine Verlängerung der Haft ausgesprochen.

Insgesamt werden 13 Männer, darunter zehn Marokkaner, wegen des Verdachts festgehalten, an den Attentaten beteiligt gewesen zu sein. Bei den Anschlägen auf vier Pendlerzüge am 11. März waren 202 Menschen getötet und mehr als 1 800 verletzt worden. Als Drahtzieher wird die moslemische Extremistenorganisation El Kaida oder eine ihr nahe stehende Gruppe vermutet. Eine formelle Anklage wurde bislang nicht erhoben.

Zwei der vier weiter Verdächtigen - einem Marokkaner und einem Spanier - wird Mord in 190 Fällen und versuchter Mord in 1 430 Fällen vorgeworfen. Die beiden anderen, beides Marokkaner, werden beschuldigt, einer terroristischen Organisation anzugehören oder mit ihr zusammengearbeitet zu haben. Der Spanier soll zudem dabei geholfen haben, den Sprengstoff für die Bombenanschläge zu stehlen. Nach spanischem Anti-Terror-Gesetz werden die Gefangenen in Einzelhaft und ohne Kontakt zu ihren Anwälten festgehalten.

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