El-Baradei-Besuch
Nordkorea hält Vereinte Nationen im Atomstreit hin

Nordkorea scheint im Streit um sein Atomprogramm auf Zeit zu spielen: Der Chef der Uno-Atombehörde IAEA, Mohamed El Baradei, bekam in Pjöngjang nur einen subalternen Beamten statt des Chef-Atom-Unterhändlers zu Gesicht und brach seinen Besuch deswegen ab. Südkorea sieht zudem keine Anzeichen, das Nordkorea seinen Reaktor herunterfährt.

HB PJÖNGJANG/SEOUL. Die japanische Agentur Kyodo meldete am Mittwoch, statt mit Vizeaußenminister Kim Kye Gwan habe El Baradei mit einem Kollegen des Atomunterhändlers Vorlieb nehmen müssen. Kyodo berief sich auf einen Sprecherin der IAEA. Kim sei „zu beschäftigt“ gewesen, um El Baradei zu treffen, weil er die nächste Runde der Sechser-Gespräche in Peking vorbereiten müsse. Am 19. März sollen die Gespräche in Peking wieder aufgenommen werden, an den Nord- und Südkorea, die Vereinigten Staaten, China, Japan und Russland teilnehmen. Entgegen seinen Planungen, erst am Donnerstag zurückzufliegen, wurde El Baradei bereits am Mittwoch nachmittag wieder in Peking erwartet, wo eine Pressekonferenz angesetzt wurde.

Die Inspektoren der IAEA sollen überwachen, ob Nordkorea sein Versprechen vom Februar einhält, binnen 60 Tagen unter anderem seinen Fünf-Megawatt-Reaktor in Yongbyon zu versiegeln. Der Reaktortyp erzeugt kernwaffentaugliches Plutonium, das das Land für seinen ersten Atomwaffentest im vergangenen Oktober nutzte. Der Westen hat Nordkorea 50 000 Tonnen Schweröl als Energiehilfe zugesagt, wenn das Land den Reaktor einmottet. Südkorea teilte am Mittwoch mit, seiner Ansicht nach habe der Norden bisher nicht mit der zugesagten Schließung des Meilers begonnen. Es gebe keine Anzeichen für eine Änderung des Betriebsstatus des Reaktors, sagte Außenminister Song Min Soon am Mittwoch.

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