El-Kaida- und Taliban-Kämpfer
Angriff auf Extremisten-Lager in Pakistan – neun Tote

Ein Raketenangriff auf ein mutmaßliches Extremisten-Lager im Nordwesten Pakistans hat nach Militärangaben mindestens neun Menschen das Leben gekostet. In Geheimdienstkreisen war von bis zu 25 Todesopfern die Rede. Darunter seien auch Ausländer, hieß es.

HB WANA. Der Norden Pakistans ist als Rückzugsgebiet für El-Kaida - und Taliban-Kämpfer bekannt. US-Streitkräfte haben wiederholt von Afghanistan aus Extremisten jenseits der Grenze mit Raketen beschossen und dabei auch unbemannte Flugzeuge eingesetzt. Ein US-Militärsprecher in Afghanistan wies Vermutungen über eine Beteiligung seiner Truppen an den jüngsten Angriffen jedoch zurück. Auch ein Sprecher der Nato, die die Afghanistan-Schutztruppe Isaf stellt, sagte, ihm sei kein grenzübergreifender Einsatz bekannt.

In der pakistanischen Region Khyber westlich der Stadt Peshawar wurde indes der Anführer einer radikal-islamischen Gruppe von Unbekannten erschossen, als er ein Treffen in seinem in einer Moschee gelegenen Büro abhielt. Haji Namdar war erst im Mai einem Selbstmordattentat entkommen. In der Gegend konkurrieren eine Reihe militanter Gruppen um Einfluss.

Eng wird es in Pakistan auch für Präsident Pervez Musharraf. Mittlerweile haben sich mittlerweile drei von vier Provinzparlamenten gegen Musharraf gestellt. Das Parlament in Sindh im Südosten des Landes verabschiedete am Mittwoch einstimmig eine Resolution, nach der Musharraf im Unter- und Oberhaus in Islamabad sowie in den Provinzparlamenten die Vertrauensfrage stellen soll. Ansonsten solle im nationalen Parlament ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet werden.

Entsprechende Resolutionen hatten zuvor bereits die Provinzparlamente im Punjab und in der Nordwest-Grenzprovinz verabschiedet. An diesem Freitag soll im vierten Provinzparlament in Baluchistan über das Papier abgestimmt werden.

Musharraf hatte sich im Oktober 2007 noch vom alten Parlament für weitere fünf Jahre im Amt bestätigen lassen. Bei den Parlamentswahlen im Februar wurde die Musharraf unterstützende Pakistanische Muslim- Liga vernichtend geschlagen. Die von der Volkspartei PPP geführte Koalition hatte in der vergangener Woche angekündigt, den Präsidenten des Amtes entheben zu wollen.

Mit den Resolutionen in den Provinzparlamenten soll der Weg für ein Amtsenthebungsverfahren im Nationalparlament bereitet werden. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Musharraf - wie in den bisherigen Resolutionen gefordert - die Vertrauensfrage stellt, da er keine Mehrheit in den Parlamenten hat.

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