Elf Festnahmen
Proteste in Kroatien nach Gotovina-Festnahme

Nach der Festnahme des kroatischen Ex-Generals und mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ante Gotovina haben hunderte Demonstranten in Kroatien protestiert. Gotovina war am Mittwoch auf Teneriffa gefasst worden und wird an das UN-Tribunal in Den Haag ausgeliefert.

HB ZAGREB. Nach Polizeiangaben versammelten sich in der Hauptstadt Zagreb vor allem Extremisten und Kriegsveteranen. Die Polizei nahm elf Personen fest, nachdem Demonstranten Fensterscheiben am Regierungsgebäude eingeschlagen hatten.

Die Versammelten beschuldigten die Regierung des Verrates an einem „Nationalhelden“. Auch aus einigen Städten an der Adria wurde von Sympathiekundgebungen für den als „Befreier von den serbischen Besatzern“ gefeierten Gotovina berichtet. Weitere Proteste sind für dieses Wochenende angekündigt.

In einer am Freitag veröffentlichten Telefonumfrage verurteilten 47 Prozent der Befragten die Festnahme des Ex-Generals; nur 28 Prozent waren dafür, während 25 Prozent keine Meinung äußern wollten, schreibt die Zagreber Zeitung „Vecernji list“.

Gotovina, der am Donnerstag auf der Kanareninsel Teneriffa festgenommen worden war, wurde in ein Gefängnis nahe Madrid gebracht und soll in den kommenden Tagen an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt werden. Ihm werden die Tötung von 150 serbischen Zivilisten und andere Kriegsverbrechen während der kroatischen Offensive in von Serben kontrollierten Landesteilen im Sommer 1995 zur Last gelegt. Er war seit 2001 auf der Flucht.

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