Elf Milliarden Euro
Spanien startet Konjunkturprogramm

Spanien reagiert auf die "möglicherweise erste globale Rezession seit dem zweiten Weltkrieg": Die Regierung wird ein Konjunkturpaket in Höhe von elf Milliarden Euro auflegen. So sollen bereits im nächsten Jahr hunderttausende neue Stellen geschaffen werden.

HB MADRID. Spanien hat im Kampf gegen die Finanzkrise ein elf Mrd. Euro schweres Konjunkturprogramm aufgelegt. "Wir stehen möglicherweise der ersten globalen Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gegenüber", sagte Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero am Donnerstag vor dem Parlament. Daher sei das Paket eine dringend benötigte Maßnahme zum Schutz der spanischen Wirtschaft und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Mit einer besonderen Förderung von Infrastrukturprojekten sollen im kommenden Jahr demnach 300 000 neue Stellen geschaffen werden. Finanzieren will die Regierung das im diesjährigen Haushalt verankerte Paket über Schulden.

Allein mit 800 Mio. Euro will das Land der kriselnden Autoindustrie unter die Arme greifen. Volkswagen hatte zuletzt die Produktion bei seiner spanischen Tochter Seat gedrosselt. Zudem produziert die General Motors-Tochter Opel in Saragossa. Zapatero zufolge ist das Vorhaben Teil des von der EU-Kommission vorgeschlagenen Konjunkturpakets über 200 Mrd. Euro.

Nach Schätzungen von BNP-Paribas-Experten reicht der Schritt jedoch nicht aus, um ein Schrumpfen des spanischen Bruttoinlandsprodukts um 1,8 Prozent im Jahr 2009 beziehungsweise um weitere 0,1 Prozent 2010 abzuwenden. "Wir erwarten, dass der Abschwung die finanziellen Hilfen übersteigen wird", hieß es in einem Bericht der französischen Bank. Das südeuropäische Land leidet vor allem unter dem jähen Ende des langjährigen Immobilienbooms. Im Sommer war seine Wirtschaft das erste Mal seit 15 Jahren geschrumpft. Die Regierung fürchtet nun, dass sich die Rezession in das Jahr 2009 hinein ausdehnen wird. Die Arbeitslosenquote stieg in Spanien zuletzt so stark wie in keinem anderen Land in Europa.

(Reporter: Jason Webb und Andrew Hay; bearbeitet von Sebastian Engel; redigiert von Christian Götz) REUTERS

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