Elfenbeinküste
Gbagbo stemmt sich gegen sein Schicksal

Der Machtkampf lähmt das Leben in der Elfenbeinküste. Alassane Quattara hat die Oberhand gewonnen, doch der Abgang des abgehalfterten Machthabers Laurent Gbagbo gestaltet sich schwerer als erwartet.
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KapstadtRund um die Residenz in Abidjan, in der sich Gbagbo seit Tagen verschanzt hält, wurde vereinzelt gekämpft. Anwohnern zufolge war in der Umgebung des Wohnhauses von Gbagbo zeitweise abermals schwerer Gefechtslärm zu hören.

Im Laufe des Tages bereiteten Truppen von Gbagbos Widersacher Alasanne Ouattara einen weiteren Sturmangriff auf den unterirdischen Bunker vor, in dem sich Gbagbo, umgeben von offenbar schwer bewaffneten Milizen, seit Tagen aufhält und gegen sein Schicksal stemmt. Am Mittwoch waren Kämpfer Ouattaras zwar bis zum Tor der Residenz vorgedrungen. Anschließend wurden sie aber durch Beschuss aus schweren Waffen wieder zum Rückzug gezwungen.

Offenbar setzt Gbagbo alles daran, seinen Abgang selber zu inszenieren, um später womöglich neue Machtansprüche anmelden zu können. Frankreich und die Uno verlangen hingegen, dass der 73-Jährige eine Erklärung unterschreibt, die Ouattara als neuen Staatschef anerkennt und Gbagbos Machtverzicht beinhaltet.

Als letztes Pfand bleibt dem abgewählten Staatschef nun nur noch sein eigenes Leben: Würde Gbagbo beim Sturm auf seinen Bunker getötet, könnten seine Truppen womöglich erneut zu den Waffen greifen – und die Elfenbeinküste damit noch tiefer in den Bürgerkrieg abgleiten. Schon deshalb dürfte Ouattara alles daran setzen, seinen Erzfeind lebend in die Hände zu bekommen. Allerdings schienen einige Rebellenführern am Donnerstag die Geduld zu verlieren, zumal sie seit Tagen die unmittelbar bevorstehende Festnahme Gbagbos ankündigen.

Gbagbo selbst hat in einem Telefoninterview aus seinem Bunker erklärt, dass er nicht das Zeug zum Märtyrer habe - und das Leben liebe. Allerdings schränkte ein: „Wenn der Tod kommt, dann kommt er.“ Gleichzeitig schloss er einen Abtritt nach den Bedingungen seiner Gegner erneut kategorisch aus. Wie schon nach der Stichwahl im November bezeichnete er sich als Opfer einer unerträglichen Einmischung der Franzosen, die Ouattara zur Macht verhelfen wollten.

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