Energielücke soll schnell geschlossen werden
In China gehen die Lichter aus

Verkehrte Welt in Chinas Großstädten: Viele Unternehmen verlegen ihre Produktion in die Nachtstunden, allein in Schanghai arbeiteten in den vorigen Tagen 2 100 Firmen nachts statt tagsüber. Die Energiekrise zwingt die Städte zum Stromsparen.

HB PEKING. Wer nicht arbeitet und lieber abends Essen geht, muss sich ebenfalls umstellen: Die Beleuchtung ist in vielen Restaurants abgestellt, auf den Tischen stehen nur ein paar Kerzen für ein politisch angeordnetes Candle-Light-Dinner.

Denn die Aktionen sind keineswegs freiwillig: Chinas Regierung hat wegen der Energiekrise – der schärfsten seit den 80er Jahren – das Land zum Stromsparen verdonnert. Bei der momentanen Hitzewelle hält die Stromproduktion mit dem Verbrauch nicht mit. Durch Nachtarbeit soll vor allem der Verbrauch der zahllosen energiefressenden Klimaanlagen verringert werden.

In zwei Drittel aller chinesischen Provinzen wird regelmäßig der Strom abgeschaltet. Schanghai stellt an vielen Baustellen den Betrieb ein, wenn das Thermometer über 35 Grad Celsius steigt. Die Restaurants im Vergnügungsviertel Xintiandi haben Kerzen-Vorräte angelegt. 6 000 Firmen in der Stadt müssen abwechselnd die Produktion anhalten.

Von Juli bis September, wenn die Hitze am größten ist, macht sich nun bemerkbar, dass Millionen Chinesen mittlerweile eigene Wohnungen besitzen und diese mit Klimaanlagen kühlen. In der chinesischen Hauptstadt übersteigt der Stromverbrauch derzeit die vorhandene Kapazität um zehn Prozent. In Schanghai liegt das Defizit bei 20 Prozent. In den östlichen Provinzen Jiangsu und Zhejiang - Hochburgen der chinesischen Privatindustrie - liegt das Defizit sogar bei 30 Prozent.

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