Energiemarkt
EU macht Druck auf Paris

EU-Energiekommissar Günther Oettinger will den abgeschotteten Energiemarkt in Frankreich aufbrechen. Dazu will er das Land zwingen, seinen abgeschotteten Gas- und Strommarkt für Anbieter aus anderen Ländern zu öffnen – notfalls mit einer Klage.
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BrüsselEU-Energiekommissar Günther Oettinger will den abgeschotteten Energiemarkt in Frankreich aufbrechen. „Wir werden einen freien Strom- und Gaswettbewerb in Frankreich und anderen Ländern durchsetzen – notfalls auch vor dem Europäischen Gerichtshof“, sagte Oettinger dem Handelsblatt. Beim bevorstehenden EU-Gipfel solle das Thema auf den Tisch kommen.

Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU treffen sich am 4. Februar in Brüssel zu Beratungen über die künftige Energiepolitik. Bei der Gelegenheit will Oettinger die Chefs daran erinnern, dass der grenzenlose europäische Binnenmarkt für Strom und Gas bisher lediglich auf dem Papier existiert.

Vor allem Frankreich schottet seinen nationalen Markt gegen ausländische Wettbewerber ab – ein Ärgernis für die deutschen Energiekonzerne. Die französischen Energieriesen Electricité de France (EDF) und Gaz de France (GDF) halten deutlich mehr als 90 Prozent ihres jeweiligen Marktes.

Schon allein aus technischen Gründen bleibt Konkurrenten der Zugang nach Frankreich verwehrt, denn die französischen Leitungen sind mit den Netzen der Nachbarstaaten nicht verbunden. „Es gibt kaum Kuppelstellen an der deutsch-französischen und der spanisch-französischen Grenze. Das muss sich ändern“, sagte Oettinger.

Die deutschen Energieversorger begrüßen den Vorstoß. „Die Initiative ist sehr willkommen. Wir sind froh, wenn das Thema Binnenmarkt auf den Tisch kommt“, sagte Norbert Schneider, Leiter der Brüsseler Repräsentanz von Eon.

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