Enttarnung einer CIA-Agentin
US-Journalistin bricht nach monatelanger Haft ihr Schweigen

Nach monatelanger Beugehaft hat die US-Journalistin Judith Miller ihr Schweigen gebrochen. Sie sagte in der Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin aus. Damit könnte sie Präsident Bush in Bedrängnis bringen.

HB WASHINGTON. Die Reporterin der „New York Times“ erschien am Freitag vor einem Bundesgericht, um auszusagen, wer ihr Informant gewesen ist. Ihrer Zeitung zufolge handelt es sich um den Stabschef von Vize-Präsident Dick Cheney, Lewis Libby.

Miller betonte nach der mehrstündigen Vernehmung vor einer Grand Jury in Washington, dass sie auch weiterhin in Beugehaft geblieben wäre, wenn nicht ihr Informant sie schriftlich und telefonisch zu einer Aussage gedrängt hätte. „Ich hoffe, dass meine lange Haft zumindest dazu beiträgt, das Verhältnis von Journalisten zu ihren Quellen zu stärken“, sagte die Reporterin, die sich als „glücklich, frei zu sein“, aber auch als „sehr müde“ bezeichnete.

Die Affäre könnte zu einer weiteren Belastungsprobe für Präsident George W. Bush werden. Er steht bereits wegen seiner Reaktion auf Hurrikan „Katrina“ und wegen des Parteispendenskandals um den inzwischen zurückgetretenen republikanischen Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, in der Kritik.

Die Grand Jury untersucht die Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame im Jahr 2003. Plames Ehemann, der ehemalige Diplomat Joseph Wilson, wirft der US-Regierung vor, ihre Identität aus Rache für seine kritischen Bemerkungen zum Irak-Krieg Preis gegeben zu haben.

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