Erleichterung in Brüssel
Spanien flüchtet unter den Euro-Rettungsschirm

Spanien ist unter dem Rettungsschirm und wird Milliardenhilfen beantragen. Damit ist der Brandherd auf der iberischen Halbinsel gelöscht und die Auswirkungen der Griechenland-Wahlen nächste Woche sind minimiert.
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Madrid/Brüssel/BerlinSpanien wird als viertes Euroland unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen und kann auf Notkredite bis zu 100 Milliarden Euro bauen. Das beschlossen die Finanzminister der Eurozone am Samstag in einer dreistündigen Telefonkonferenz.

Anders als in den Fällen Griechenland, Portugal und Irland wird es dabei erstmals um spezielle Notkredite zur Stabilisierung des wankenden Bankensystems in Spanien gehen. Damit entgeht die viertgrößte Volkswirtschaft den in Madrid befürchteten strengen Auflagen und Kontrollen seines Staatsbudgets. Aber Spanien muss seinen Bankensektor reformieren und für marode Banken Sanierungspläne vorlegen. Das könnte im Extremfall auch die Schließung einzelner Institute bedeuten. Die Auflagen werden sich an den EU-Beihilferegeln orientieren.

„Die Kredite werden umfangreich genug sein, um einen Damm zu bilden, der alle möglichen Kapitalbedürfnisse auffangen kann“, heißt es in einer Erklärung der Minister. „Die Kreditsumme muss alle geschätzten Kapitalbedürfnisse plus eine zusätzliche Sicherheitsmarge umfassen, was sich schätzungsweise auf insgesamt bis zu 100 Milliarden Euro summiert.“ Die Notkredite werden an den spanischen Bankenrettungsfonds Frob fließen, der es an notleidende Banken weitergebe. Verantwortlich für die Rückzahlung werde die spanische Regierung sein.

Ein offizieller Antrag wird von Madrid erst in den nächsten Wochen vorgelegt. Die Regierung wartet nach den Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos noch auf zwei Gutachten der Beratungsgesellschaften Oliver Wyman (USA) und Roland Berger (Deutschland), die im Juni erwartet werden. Solange will die Regierung auch warten, um den Finanzbedarf zur Stabilisierung der Banken genau zu beziffern.

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Krisenpuffer von 40 Milliarden Euro

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  • Ich war 2007 und 2008 beruflich in Spanien und bin derzeit auch hier.
    Ich hatte gehofft, dass sich nun in der Krise etwas ändern würde. Weit gefehlt. Hier sieht absolut keiner einen Grund für irgend eine Anstrengung. Egal ob im Tourismus oder wo auch immer: es wird geklagt - unter minimaler Anstrengung.
    Die Spanier welche ich 2007 gewarnt habe eine völlig überteuerte Immobilie mit Null Eigenkapital zu kaufen, haben besinnungslos gakauft. Dazu ein Kredit für Auto und Fernseher. Und das oft mit einem Einkommen um die 1000 €.
    Heute schimpfen sie auf die Banken und gelegentlich auf Merkel.
    Ansonsten geht die Fiesta aber weiter. Hier sagt jeder offen, dass er keinen "Bock" hat, sich den Kopf wegen der Politik zu zerbrechen. Die (Politiker? Deutsche?) werden es schon irgend wie richten.
    Und wenn noch etwas Zeit bleibt dann geht man zur manifestation (Demo) und kommt heim und sagt: das war echt toll - jede Menge Menschen - und danach waren wir noch einen heben - und was haben wir gelacht!

    Während der Deutsche wie die Maus im Rennrad rennt und das auch noch bezahlt sitzen die das hier ganz locker aus.
    Erst haben sie den Deutschen und Engländern ihre Schrottimmobilien zu Traumpreisen verkauft und jetzt dürfen die Gleichen wieder zahlen. Man kann es nicht fassen ...

  • Europa baut die Rettungspyramide: Die Spitze nach unten!
    Bei soviel Dissonanz bis in die deutsche Regierungskoalition hinein, können die Märkte nichtmal mehr an den Turmbau zu Babel glauben

  • Damit ist der Brandherd auf der iberischen Halbinsel gelöscht

    Gelächter .... wie kann man nur so ein dümmliches Geschwätz abgeben. Wie wir alle aus Erfahrung wissen, ist das erst ein kleiner Anfang, denn wir bewegen uns bei der Verschuldung auf den letzten Zentimetern der Exponentialkurve auf dem Weg in die Unendlichkeit.

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