Erneuter Raketentest
China fordert Zurückhaltung von Nordkorea

Nach dem Test einer Interkontinentalrakete ermahnt China die nordkoreanische Führung, die Uno-Resolutionen einzuhalten. Auch andere Staaten sollten sich in Zurückhaltung üben, um eine Eskalation zu vermeiden.
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Seoul/WashingtonDer jüngste Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea ist international auf massive Kritik gestoßen. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die eigene Sicherheit und die ihrer Verbündeten zu gewährleisten. Auch China, der einzige große Verbündete des weitgehend isolierten Nordkorea, distanzierte sich. Truppen der USA und Südkoreas hielten als Reaktion ein Manöver ab. Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte den Test. Die Führung in Pjöngjang bestätigte am Samstag den Abschuss der Rakete vom Typ Hwasong-14. Der Test sei erfolgreich verlaufen. Staatschef Kim Jong Un sprach laut staatlicher Nachrichtenagentur KCNA von einer „ernsten Warnung“ an die USA.

Diese Waffen stellten eine Bedrohung der Welt dar, erklärte Trump. Zugleich schwächten sie die Wirtschaft des asiatischen Landes und gingen auf Kosten der dortigen Bevölkerung. Das chinesische Außenministerium sprach von „Aktivitäten, die gegen Resolutionen der Vereinten Nationen und den gemeinsamen Wunsch der Völkergemeinschaft verstoßen“. Nordkorea wurde zur Zurückhaltung aufgefordert. Aber auch andere Staaten sollten Vorsicht walten lassen, um eine Eskalation zu verhindern.

Nordkorea hatte am Freitag die Interkontinentalrakete erprobt, die Experten zufolge auch Los Angeles an der US-Westküste erreichen könnte. Es war der zweite Test einer solchen Rakete. Er habe die Fähigkeiten Nordkoreas demonstriert, überall und jederzeit zuschlagen zu können, sagte Staatchef Kim. Das gesamte Gebiet der USA könne erreicht werden, sollten die USA versuchen, Nordkorea anzugreifen.

Die Rakete erreichte dem KCNA-Bericht zufolge eine Höhe von mehr als 3.700 Kilometern. Der Flug habe gut 47 Minuten gedauert, dann sei das Geschoss in knapp 1.000 Kilometer Entfernung vor der Ostküste der koreanischen Halbinsel ins Meer gestürzt.

Nach dem Raketentest hielten Südkorea und die USA ein Militärmanöver ab. Dabei seien Raketen erprobt worden, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Mit dem Manöver solle gezeigt werden, dass man die Führung des Gegners präzise angreifen könne. Die Außenminister Südkoreas, Japans und der USA vereinbarten telefonisch, sich für schärfere UN-Sanktionen gegen Nordkorea einzusetzen. Südkorea kündigte an, die Installation des US-Raketenabwehrsystems THAAD fortzusetzen. Zunächst hatte Präsident Moon Jae In die Stationierung ausgesetzt, um die Umweltauswirkungen untersuchen zu lassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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