Erstmals seit 1994
USA wollen Dialog mit Ägyptens Muslimbrüdern

Nach fast 20 Jahren Funkstille suchen die USA das Gespräch mit den ägyptischen Muslimbrüdern. Derartige Kontakte seien im Interesse der Vereinigten Staaten, erklärte Außenministerin Clinton. Doch es gibt auch Kritik.
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BudapestIhr Land werde dabei die Grundsätze der Gewaltfreiheit, der Bürgerrechte sowie der Gleichberechtigung von Frauen und Minderheit hervorheben, sagt Clinton am Donnerstag. Die Muslim-Brüderschaft, die in Ägypten als best organisierte politische Kraft gilt, begrüßte die Ankündigung der USA. Das werde helfen, die Ziele der Organisation klarzustellen, sagte ein Sprecher. Gegen eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten werde man sich allerdings verwahren, sagte ein Sprecher.

Die politische Landschaft in dem nordafrikanischen Land habe sich geändert, sagte Clinton. Es liege daher im Interesse der USA, Kontakte zu Parteien zu pflegen, die gewaltfrei seien sowie an Parlaments- und Präsidentenwahlen teilnähmen. Die USA unterhalten seit 1994 keine offiziellen Kontakte zur Muslim-Bruderschaft, die eine konservative Auslegung des Islam verfolgt. Bislang unterhielt die westliche Führungsmacht lediglich Kontakte zu Abgeordneten der Bruderschaft, die als unabhängige Kandidaten in die Volksvertretung gewählt wurden.

Das ägyptische Parlament soll im September neu gewählt werden. Die Militärmachthaber, die seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak das Land regiert, haben zudem versprochen, bis zum Jahresende eine Präsidentenwahl abzuhalten.

Vorbehalte meldete dagegen das Amerikanisch-Israelische Komitee für öffentliche Angelegenheiten an. Die einflussreiche Lobbygruppe verwies darauf, dass die Muslim-Bruderschaft den Staat Israel nicht anerkennt. Andererseits hat die Organisation im Gegensatz etwa zur radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen der Gewalt abgeschworen. Zudem werden die Muslim-Brüder von den USA nicht als Terrororganisation eingestuft.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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