Erstmals seit sechs Monaten wieder Luftangriffe auf Ziele im Irak
Irak: USA rechnen mit weiteren Anschlägen

Die USA erwarten eine weitere Zunahme der Anschläge auf die Besatzungstruppen im Irak. Seit dem Ende der Hauptkampfhandlungen wurden bereits 151 US-Soldaten im Irak getötet.

HB BAGDAD. Untergrundkämpfer wollten den erfolgreich verlaufenden Wiederaufbau des Landes stoppen, sagte der US-Verwalter Paul Bremer der britischen Zeitung „Times“. Mehrere hundert Extremisten seien in das Land eingedrungen, daher könne das Problem in den kommenden Monaten schlimmer werden. Im Irak wurde unterdessen ein weiterer US-Soldat bei einem Anschlag getötet. Damit sind seit dem von US-Präsident George W. Bush am 1. Mai verkündeten Ende der Hauptkampfhandlungen 151 US-Soldaten im Irak bei Angriffen ums Leben gekommen.

„Wir werden eine Zunahme der Angriffe und eine Zunahme des Terrorismus sehen, weil die Terroristen erkennen können, dass sich die Dynamik des Wiederaufbaus in unsere Richtung bewegt“, sagte Bremer der Zeitung. Aus Syrien, Saudi-Arabien, Jemen und dem Sudan seien Kämpfer in den Irak eingedrungen. „Ohne bessere Geheimdienstinformationen wird das Problem in den kommenden Monaten schlimmer werden.“ Die USA würden sich jedoch nicht aus dem Irak vertreiben lassen. „Wenn wir hier keinen Erfolg haben, gäbe es sehr schlimme Konsequenzen“, sagte Bremer. „Für die Iraker wären diese fatal, für den Nahen Osten vielleicht genauso fatal.“

Die USA machen für die fast täglichen Angriffe Anhänger des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein und radikale Moslems verantwortlich. In der Hauptstadt Bagdad führen diese immer wieder Granatenangriffe auf Einrichtungen der US-Verwaltung westlich des Tigris aus. Als Reaktion auf die Anschläge griff die US-Luftwaffe vergangene Woche zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder Ziele im Irak an.

Am Sonntag warfen F-16-Kampfflugzeuge drei 500-Pfund-Bomben nahe Falludscha ab. In Saddams Heimstadt Tikrit wurden neue Einsätze begonnen. „Wenn nötig, werden wir weitere Machtdemonstrationen vornehmen“, sagte eine Sprecherin der 4. Infanteriedivision.

Nach Angaben eines US-Militärsprechers kam ein Soldat der 18. Militärpolizei-Brigade am Sonntagnachmittag bei einem Angriff in Iskandarija, etwa 50 Kilometer südlich von Bagdad, ums Leben. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

US-Kreise sagten, auf US-Seite sei man „ziemlich frustriert“ über das langsame Tempo des Regierenden Rates der Iraker bei der Ausarbeitung einer Nachkriegsordnung. „Wo sind wir jetzt, vier Monate später?“ hieß es über den Rat, der seit Juli an einer Verfassung arbeitet. „Wir haben uns noch nicht bewegt.“

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