EU-Krisenländer
Lichtblicke im Schuldensumpf

Seit mehreren Jahren hält die Schuldenkrise Europa in Atem. Doch aus mehreren hochverschuldeten Ländern gibt es überraschende Positivsignale. Die aktuellen Entwicklungen in Spanien, Irland, Griechenland und Portugal.
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Brüssel/Madrid/Dublin/Athen/LissabonSpaniens Industrieproduktion schrumpft deutlich weniger als erwartet. Die nationale Statistikbehörde in Madrid teilte am Donnerstag mit, die Produktion seit um 0,6 Prozent (bereinigt um Arbeitstage) gefallen. Volkswirte hatten einen viel stärkeren Rückgang um 5,3 Prozent erwartet. Im Vormonat war die Industrieproduktion noch um 6,9 Prozent gesunken. Die spanische Industrie befindet sich seit langem auf Schrumpfkurs. Der letzte Produktionszuwachs wurde vor zwei Jahren verzeichnet.

Bei einer Auktion von Staatsanleihen hat sich die viertgrößte Wirtschaftsmacht im Euroraum am Donnerstag problemlos frische Milliarden bei Investoren geliehen, wie Angaben der spanischen Schuldenagentur zeigen. Insgesamt konnte Spanien 4,57 Milliarden Euro aufnehmen und sein maximales Platzierungsziel damit leicht übertreffen. Um sich für drei Jahre Geld zu borgen, musste das Land einen Zins von 2,25 Prozent bieten. Bei der letzten Auktion Mitte April hatte der Wert noch bei 2,79 Prozent gelegen.

Bei Papieren, die in fünf Jahren auslaufen, ging der Zins von 3,26 auf 2,79 Prozent zurück. Zudem wurden 15-jährige Staatstitel zum Zins von 4,33 Prozent versteigert. In diesem Laufzeitbereich fehlt ein geeigneter Vergleichswert, weil die letzte Auktion zu lange zurückliegt. Die Nachfrage nach den Staatsanleihen hätte ausgereicht, um mehr als das doppelte Volumen am Markt unterbringen. Einige Analysten bemängelten aber, dass die Nachfrage bei der Auktion im Vergleich zur vorherigen Versteigerung zurückgegangen sei.

Beim Schuldenmachen profitiert die Regierung in Madrid vom Niedrigzins im Währungsraum. Die jüngste Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf das historische Rekordtief von 0,5 Prozent hat eine Kursrally am Markt für europäische Staatsanleihen ausgelöst. Zuletzt konnten sich etliche Länder so günstig Mittel bei Investoren besorgen wie nie zuvor seit Gründung der Währungsunion.

Kommentare zu " EU-Krisenländer: Lichtblicke im Schuldensumpf"

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  • Was ist denn daran positiv, wenn man "nur" noch mit 195 statt mit 200 km/h auf die Wand zu fährt?

  • Man merkt immer deutlicher an den Berichten in den Medien das Wahljahr ist. Fakt ist diese Länder sind pleite und werden mit dem Euro niemals eine Chance haben. Jede weitere Hilfe in diese Länder ist Insollvenzverschleppung, Veruntreuung von Steuerngeldern.

  • seitdem die AfD am Horizont erschienen ist,
    scheint es medienwirksam nur noch aufwärts zu gehen.
    Ein Erfolgsmeldung nach der anderen.
    Es ist Wahljahr.

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