EU-Kurs gegen die Regierung in Khartoum verhärtet sich
Sudan lehnt neue Resolution zu Darfur ab

Der Sudan hat am Mittwoch auch den neuen US-Entwurf für eine UN-Resolution zur Krise in der Region Darfur zurückgewiesen. Der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail bezeichnete die angedrohten Wirtschaftssanktionen als unausgeglichen und unfair. In der Krisenregion Darfur kämpfen verschiedene Rebellengruppen seit mehr als einem Jahr um Wasser und Land.

HB KAIRO. Der Sudan hat am Mittwoch auch den überarbeiteten US-Entwurf für eine UN-Resolution zur Krise in Darfur zurückgewiesen. „Er ist unausgeglichen, unfair, und wir weisen ihn genauso zurück wie den ersten Entwurf“, sagte der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail bei einer Pressekonferenz in Kairo. Die USA hatten ihren Vorschlag für den Resolutionstext am Dienstag etwas abgeschwächt. Doch auch die neue Version droht dem Land mit Wirtschaftssanktionen etwa gegen die Ölindustrie, sollte die Regierung das Morden und die Vertreibung in Darfur nicht unverzüglich beenden. Die USA sprechen von einem Völkermord in Darfur und fordern eine Verstärkung der Friedenstruppen der Afrikanischen Union im Sudan. Die Nato prüft nach Angaben aus Bündniskreisen die Unterstützung einer solchen Friedenstruppe. In der Europäischen Union (EU) verhärtet sich derweil der Kurs gegen die sudanesische Regierung.

Die USA arbeiten an einem Konsens im 15 Mitglieder umfassenden Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN), um den Druck auf die Regierung in Khartoum zu verstärken. Die Regierung in Washington hofft, dass noch in dieser Woche über die Resolution abgestimmt wird. Über eine EU-Resolution, in der der dem Sudan explizit Völkermord vorgeworfen wird, soll das Europaparlament am Donnerstag abstimmen. Die Regierung des Sudan müsse die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und die Verstöße gegen die Menschenrechte, die einem Völkermord gleich kämen, beenden und die Täter bestrafen, heißt es in dem Entwurf.

In der Krisenregion Darfur kämpfen verschiedene Rebellengruppen seit mehr als einem Jahr um Wasser und Land, nachdem es jahrelang immer wieder zu Scharmützeln zwischen afrikanischen Bauern und arabischen Nomadenstämmen kam. Aus diesen Nomadenstämmen rekrutieren sich die arabischen Dschandschauid-Milizen, die für die Ermordung, Vergewaltigung und Vertreibung der schwarzafrikanischen Bauern verantwortlich gemacht werden. Nach UN-Schätzungen sind durch direkte und indirekte Auswirkungen des Konflikts bereits mindestens 50.000 Menschen getötet worden. 1,2 Millionen Bewohner der Region seien auf der Flucht. Viele von ihnen sind ohne Nahrung, Wasser und ärztliche Versorgung. Die UN bezeichnen die Geschehnisse in Darfur als derzeit weltweit schlimmste Katastrophe.

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