EU-Minister entscheiden einstimmig
Einigkeit bei Emissionshandel im Luftverkehr

Nach der Autoindustrie müssen sich jetzt auch die Fluggesellschaften intensiv mit dem Thema CO2 auseinandersetzen. Der Flugverkehr in Europa soll nach einem Beschluss der EU-Umweltminister ab 2012 am Handel mit Luftverschmutzungsrechten teilnehmen. Das wird hohe Kosten verursachen.

HB BRÜSSEL. Ab 2012 könnten Fluggesellschaften nur noch die Menge Kohlendioxyd (CO2) an die Umwelt abgeben, zu der sie mit CO2-Emissionszertifikaten berechtigt sind. Dies hätten die Minister der 27 Mitgliedsländer einstimmig beschlossen, erklärte die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft am Donnerstag in Brüssel. Der Termin soll sowohl für Flüge innerhalb der EU als auch für Kontinentalflüge von und nach Europa gelten. Die Deutsche Lufthansa akzeptierte die EU-Entscheidung, forderte aber zugleich weitere Maßnahmen zum Umweltschutz.

Der Richtlinie muss noch das Europäische Parlament zustimmen, das die Fluggesellschaften allerdings schon ab 2011 zum Emissionshandel verpflichten wollte. Die EU-Kommission hatte ursprünglich 2011 als Starttermin für innereuropäische Flüge vorgeschlagen und 2012 für internationale Flüge.

Über den Emissionshandel im Flugverkehr soll wie bereits in Industrie und Energiewirtschaft der Ausstoß von umweltschädlichem Treibhausgas reduziert werden. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel äußerte sich zufrieden über die Vereinbarung. Er hatte sich für den Starttermin 2012 eingesetzt. „Der Luftverkehr muss beitragen zum Klimaschutz, da gibt es keine Alternative.“

Ab 2012 könnten die Fluggesellschaften nur noch die Menge Kohlendioxyd an die Umwelt abgeben, zu der sie mit Zertifikaten berechtigt sind. Die Gesamtmenge der Verschmutzungsrechte richtet sich nach den Emissionen der Jahre 2004 bis 2006. Diese würden nach dem Willen der EU-Länder zu hundert Prozent verfügbar gemacht. Das Parlament wollte dies auf 90 Prozent begrenzen, um einen stärkeren Rückgang der Emissionen zu erreichen. Von den Emissionszertifikaten sollen nun 87 Prozent den Airlines unentgeltlich vom Staat zugeteilt werden. Nur zehn Prozent würden per Auktion versteigert statt der vom Parlament geforderten 25 Prozent. Drei Prozent sollen als Reserve zurückbehalten werden für Airlines, die neu an den Markt kommen.

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