EU-Vorstoß
Banken sollen weniger landeseigene Staatsanleihen kaufen

Europäische Banken decken sich vornehmlich mit Staatsanleihen ihres eigenen Landes ein. Diese Symbiose hält die EU-Kommission für gefährlich – und will gegensteuern. Doch es regt sich Widerstand.

BrüsselDie EU-Kommission will Banken davon abhalten, zu viel Geld in Staatsanleihen ihres eigenen Landes zu stecken. Die daraus erwachsene gegenseitige Abhängigkeit von Staaten und Finanzinstituten hatte die Schuldenkrise in Europa verschärft. Deshalb will die Kommission laut einem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Papier sicherstellen, dass die Staatsanleihen-Bestände der Geldhäuser ausreichend diversifiziert sind. Für die meisten Staatspapiere gelten bisher nicht die Großkreditgrenzen, die eine zu große Konzentration von Risiken bei Banken verhindern sollen. Die EU-Spitze hatte bereits im Juni vorgeschlagen, das „mittelfristig“ zu ändern.

Politisch ist eine solche Beschränkung aber umstritten. Denn dass sich Banken in großem Stil mit Staatsanleihen vollgesogen hatten, erleichterte vielen Ländern vor allem in Südeuropa die Schuldenaufnahme. Vor allem Italien und Spanien würden unter diesem Schritt leiden. Nach Berechnungen der Ratingagentur Fitch müssten Banken in der Euro-Zone Staatsanleihen im Volumen von 1,1 Billionen Euro abstoßen, wenn sie eine Großkreditgrenze von 25 Prozent einhalten müssten.

Staatsanleihen gelten bisher als risikolos und müssen daher nicht mit Eigenkapital unterlegt werden. Seit der Schuldenkrise mehren sich aber die Rufe von Bankenaufsehern, den Papieren diesen Status abzuerkennen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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