Euro-Krise
Fünf Risiken für die Euro-Retter

Die Euro-Retter feiern den Schuldenschnitt für Griechenland. Doch ihnen stehen turbulente Wochen bevor. Die Wahlen in Griechenland könnten der Euphorie ein Ende bereiten - und sie sind längst nicht das einzige Risiko.
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DüsseldorfDie Erleichterung über den Schuldenschnitt für Griechenland war groß. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) wertete den Anleihetausch als «wichtigen Schritt». Nach Meinung von IWF-Chefin Lagarde ist das Risiko einer schweren Euro-Krise nun vorerst abgewendet. Doch der Schuldenschnitt könnte nur eine kurze Verschnaufpause bieten. Einige Experten glauben, dass die Krise noch längst nicht vorbei ist. "Wir sind noch mitten in der Krise," sagt Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. "Im Moment haben sich die Märkte zwar etwas beruhigt, aber das wird nicht lange gut gehen. Ich gehe davon aus, dass die Risikoprämien für Staatsanleihen bald wieder steigen."

Schon bald könnte die Euphorie über den Schuldenschnitt einen herben Dämpfer erhalten. Es sind im Moment vor allem fünf große Risiken, die den Regierungschefs der Euro-Länder Kopfzerbrechen bereiten.

Erstens finden im April Parlamentswahlen in Griechenland statt. Laut Umfragen dürften die Wähler die bisherigen Regierungsparteien - die den Sparkurs mittragen - massiv abstrafen. Als Favorit für das Amt des Ministerpräsidenten gilt der langjährige konservative Oppositionsführer Andonis Samaras. Er hat sich lange strikt gegen härtere Sparmaßnahmen gestellt. Nach dem Eintritt seiner Partei in die derzeitige Mehrparteienregierung stimmte er den Sparauflagen zwar zähneknirschend zu. Doch viele Beobachter vermuten, dass er nach der Wahl die Reißleine zieht - und die Sparziele einkassiert.

Zweitens hat sich Irland vor wenigen Tagen dazu entschlossen, ein Referendum über den Fiskalpakt abzuhalten. Der Ausgang ist offen. In der Vergangenheit haben die Iren schon mehrfach europäische Verträge in Volksabstimmungen abgelehnt - und ihre europäischen Partner damit zur Verzweiflung getrieben. Die Zustimmung zum Fiskalpakt gilt jedoch als Vorraussetzung für Finanzhilfen der anderen Euro-Länder. Sollten die Iren dem Fiskalpakt nicht zustimmen, könnten die anderen Euro-Länder den den Iren weitere Hilfskredite verweigern. Derzeit ist fraglich, ob sich die Iren ohne die Hilfen der anderen Euro-Länder finanzieren könnten.

Dritter Risikofaktor sind die Wahlen in Frankreich. In Umfragen führt der sozialistische Kandidat Francois Hollande deutlich vor Amtsinhaber Sarkozy. Hollande hat angekündigt, dass er bei einem Wahlsieg den europäischen Fiskalpakt neu verhandeln will. Außerdem will er mit Hilfe von Eurobonds ein europäisches Wachstumspaket finanzieren. Ob er nach den Wahlen an seinen Forderungen fest hält, ist zwar ungewiss. Klar ist aber, dass bei einem Sieg Hollandes die Diskrepanz in der Wirtschaftspolitik zwischen den beiden wichtigsten Euro-Ländern, Deutschland und Frankreich, weiter zunimmt. Eine gemeinsame Koordination innerhalb der Euro-Länder würde noch schwieriger.

Viertes Risiko ist die Wirtschaft in Spanien. Die neue Regierung unter Ministerpräsident Rajoy hat vor wenigen Tagen erklärt, dass sie ihre vereinbarten Sparziele nicht einhält. Bei der Vereinbarung des ursprünglichen Ziels war die spanische Regierung noch von einem Wachstum von 2,3 Prozent ausgegangen. Inzwischen musste Rajoy einräumen, dass die spanische Wirtschaft in diesem Jahr sogar schrumpft. Die spanische Wirtschaft ist in einer schweren Krise. Das zeigt nicht zuletzt die Arbeitslosigkeit von über 24 Prozent.

Fünftens reichen die bisher vereinbarten Hilfen für Portugal wahrscheinlich nicht aus. Das im Sommer 2011 vereinbarte 78 Milliarden schwere Hilfspaket könnte nicht mehr reichen. Zwar läuft es noch bis 2014. Doch im dritten Jahr des Programms muss Portugal ein Viertel seines Finanzbedarfs wieder selber am Kapitalmarkt aufnehmen. „Das Hilfsprogramm sieht vor, dass Portugal 2013 wieder 10 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnimmt. Aus heutiger Sicht dürfte das sehr schwierig werden. Deshalb sind neue Hilfen wahrscheinlich,“ sagt Weil. Am bisherigen Hilfspaket für Portugal sind der IWF, der EFSF und die EU-Kommission mit jeweils 26 Milliarden Euro beteiligt. Schon bald könnten sie zu neuen Kapitalspritzen gezwungen sein.

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

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  • @PikAs
    "Nur unsere Politiker wollen das nicht sehen." Und das Dummvok wählt Sie immer wieder letzte Forsa CDU 38% unglaublich das Wahlvolk hat nichts verstanden das mit den Blockparteien unser Untergang ist.

  • Bitte auch nicht vergessen:

    www.zivilekoalition.de


    www.abgeordnetencheck.de

    www.dr-hankel.de

    www.kaschachtschneider.de

    http://ddpberlin.wordpress.com/

    Besonders die Professoren Hankel und Schachtschneider haben mir ihren Voraussagen in allem Recht behalten.
    Das werden sie auch weiterhin. Nur unsere Politiker wollen das nicht sehen.

    Wenn sich die deutsche Bevölkerung nicht wehrt, wird sie bald unter horrenden Steuererhöhungen zum Wohle der Bankster leiden.

  • Schauen Sie sich auf youtube Prof. Sinn vom 19.12. 2011 an. Die Kritik ist akademisch versteckt, weil er sich gegen die Eurobonmds stellt, die er kommen sieht. Danke für Ihr Interesse, bitte posten Sie Sinn !

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