Euro-Krise
Italiens Fiskus spürt eine Million Phantomhäuser auf

In der Euro-Krise macht Italiens Fiskus verstärkt Jagd auf Steuersünden. Aus der Luft glichen sie die Grundbücher mit der Realität ab - und fanden einige Abweichungen. Nun gehen hohe Steuernachforderungen raus.
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DüsseldorfBeim Kampf gegen das Haushaltsdefizit kann sich die italienische Regierung über eine neue Einnahmequelle freuen: Mit Steuernachzahlungen in Höhe von rund 472 Millionen Euro könne die Staatskasse rechnen, teilte die Agentur für Liegenschaften, eine Abteilung des Finanzministeriums, in Rom mit.

Ein Jahr lang hatten die Beamten Katastereintragungen und Luftbilder akribisch verglichen und die Rekordsumme von 1.081.698 Immobilien entdeckt, die nicht gemeldet sind und für die ihre Besitzer demnach auch keine Steuern zahlen. Die müssen nun zusätzlich mit Nachforderungen für die vergangenen Jahre rechnen.

„Diese außerordentlichen Ergebnisse haben wir mit innovativen Technologien erreicht, die wir zum ersten Mal angewendet haben“, erklärte die Chefin der Agentur, Gabriella Alemanno. Jetzt sei der Kampf gegen Steuerhinterziehung noch effizienter geworden, ergänzte Fabrizia Lapecorella, die Generaldirektorin der Liegenschaftsagentur.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf den Stand zum Ende 2011, für das erste Quartal stünde noch die Prüfung von 368.664 weiteren Objekten aus, die nirgendwo angemeldet sind, so die Agentur.
Spitzenreiter – wie zur Bestätigung bekannter Vorurteile - ist der Süden. In Neapel wurden 37.519 „Geisterimmobilien“ entdeckt, mit einem Ertrag von mehr als 29 Millionen Euro. Danach folgen Cosenza, Salerno und Reggio Calabria.

In Rom sind es mehr als 32.000 Immobilien und in Mailand mehr als 12.000. Und auch der Rekord der zwar angemeldeten Immobilien, für die aber keine Steuern bezahlt wurden, geht in den Süden: in der sizilianischen Stadt Trapani wurden rund 88,5 Millionen Euro für mehr als 16.000 Objekte hinterzogen.

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  • Technokraten werden weder von den jetzigen Politikern noch von den Bürgern verstanden und deshalb auch nicht gewählt. Erinnern Sie sich an die Pleiten in den Talkshows, wenn CDU-Größen zu Kirchhoff-Aussagen befragt wurden... Und Schröder schaffte es, Kirchhoff-Aussagen mit einer absoluten Intelligenz- Nullnummer fürs gemeine Volk lächerlich zu machen.

  • Wetten daß die Mafia sich zu wehren weiß? Letzendlich sollte Monti anordnen, alle illegal gebauten Häuser abzureißen. Dann wären die illegalen Häuser und Mietskasernen der Mafia weg und auch die Möglichkeit der Geldwäsche via Hausbau, wie überall im Süden Italiens ausgeübt!

  • Die Gelder fließen von Süd nach Nord. Zwecks Geldwäsche.
    Lohnt sich anzusehen: Pelzig im Gespräch mit einem Wirtschaftsermittler.
    http://www.youtube.com/watch?v=Yrpg6EVlbLk

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