Euro-Krise
Radikales Sparen in Griechenland

Mit aller Macht kämpft Griechenland um sein Überleben und hat ein weiteres Sparpaket beschlossen. Das wird besonders die Rentner hart treffen. Drastisch soll zudem im öffentlichen Dienst gekürzt werden.
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Athen/WashingtonIm Kampf gegen die drohende Staatspleite hat die griechische Regierung ein neues, radikales Sparprogramm beschlossen. Tausende Stellen im Staatsdienst sollen gestrichen werden, Renten und Löhne im staatlichen Bereich sowie Steuerbefreiungen gekürzt werden, wie der griechische Regierungssprecher am Mittwochabend bekanntgab. Damit will Athen die dringend benötigten Milliarden-Hilfen von EU und IWF ergattern. Unterdessen werden die Belastungen für die europäischen Banken durch die Euro-Schuldenkrise immer größer.

Die Risiken in den Bankbilanzen in der EU sind nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds bereits auf 300 Milliarden Euro gestiegen. 200 Milliarden davon rührten direkt von Anleihen der Euro-Schuldenkrisen-Staaten, heißt es im jüngsten IWF-Bericht zur Stabilität des Weltfinanzsystems, der am Mittwoch in Washington vorgelegt wurde. Etwa 100 Milliarden Euro kämen noch einmal durch Finanzverbindungen zwischen den Banken selbst hinzu. IWF-Chefin Christine Lagarde war erst kürzlich mit ihrer Forderung, Europas Banken bräuchten dringend finanzielle Unterstützung auf heftige Kritik in der EU gestoßen.

In Griechenland sollen laut Regierungssprecher 30.000 Beamte und andere Staatsbedienstete zunächst in eine sogenannte Arbeitsreserve geschickt werden. Dies bedeutet, dass sie für höchstens zwölf Monate 60 Prozent ihre Einkommens erhalten sollen. Anschließend soll eine unabhängige Behörde entscheiden, wer endgültig entlassen werden sollen. Betroffen seien etwa drei Prozent der Staatsbediensteten. „Wir wollen feststellen, wie viele Staatsbedienstete wirklich überflüssig sind.“

Zu den Rentenkürzungen hieß es, wer bis zu 1200 Euro Rente bekomme, solle keine Verluste haben. Beträge, die über 1200 Euro hinausgehen, sollen um 20 Prozent reduziert werden. Rentner, die unter 55 Jahre alt sind, sollen bis 1000 Euro keine Verluste haben. Hier gilt: Alles, was darüber hinausgeht, wird um 40 Prozent gekürzt.

Kommentare zu " Euro-Krise: Radikales Sparen in Griechenland"

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  • Griechenland beschließt dies, Griechenland plant jenes, Griechenland will - vermutlich - dieses tun, Griechenland beabsichtigt - vermutlich - jenes ....

    Wir wollen endlich Taten sehen! Was heißt hier schon 30000 Tausend Beamte entlassen!? Warum nicht 100000? Und warum werden eigentlich die Gewerkschaften vom Staat finanziert?Und warum rollen eigentlich keine Köpfe von korrupten Beamten und Politikern, die sein ´74 ihre Konten füllen?

    Taten sprechen und nicht Worte!

  • WOLLT IHR DEN TOTALEN EURO ...
    Wollt Ihr ihn wenn nötig totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt ...
    BÖhse EUro Kritiker (auch genannt Euro Rebellen) behaupten, das EU-Volk werde oder habe bereits sein Vertrauen zum Euro verloren?!
    Ich frage Euch: Ist Euer Vertrauen zum Euro heute größer, gläubiger und unerschütterlicher denn je ?
    Ist Eure Bereitschaft, ihm auf allen seinen Wegen zu folgen und alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zum siegreichen Ende zu führen, eine absolute und uneingeschränkte? Ich frage Euch weiter: Seid Ihr bereit, von nun ab Eure ganze Kraft einzusetzen und der Währungsfront die Gelder und EU-Wirschaftsregierung zur Verfügung zu stellen, die sie braucht, um dem Bankenspekulanten den tödlichen Schlag zu versetzen? Ich frage Euch weiter: Gelobt Ihr mit heiligem Eid der Währungsfront, dass die Heimat mit starker Moral hinter ihr steht und ihr alles geben wird, was sie nötig hat, um den Sieg zu erkämpfen?
    Alle europhilen Primatenhirne schreien im Gruppenzwang JA, JA, JA

  • Korrektur..die Verbindlichkeiten der Bundesregierung belaufen sich auf ca: 2 Billionen € und wohlbemerkt ohne die Rettungskredite u.s verbindlichkeiten.

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