Euro-Krise
Schuldensünder Portugal will von EU-Partnern mehr Solidarität

In einem sind sich die europäischen Finanzminister einig: Trotz der schweren Schuldenkrise sehen sie die Zukunft des Euro als gemeinsame Währung nicht gefährdet. Geht es um Details möglicher neuer Notaktionen für Pleitestaaten versinken die Minister im Streit. Das sorgt für Unverständnis beim schuldengeplagten Portugal.
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HB LISSABON. Portugal hat sich zur Bekämpfung der Schuldenkrise für die Ausgabe von gemeinsamen Euro-Anleihen ausgesprochen. Unter den Euro-Ländern herrsche zu wenig Solidarität, sagte der Staatssekretär im Finanzministerium, Carlos Pina, am Dienstag. Die Europäische Union solle Mechanismen für die Ausgabe von gemeinschaftlichen Euro-Anleihen ausarbeiten. „Das ist ein fundamentales Thema.“

Die Euro-Länder streiten derzeit über den richtigen Ausweg aus der Krise. Zum einen geht es um eine mögliche Ausweitung des Euro-Rettungsschirms. Als anderes Mittel sind gemeinsame Euro-Anleihen im Gespräch.

Pina bekräftigte zugleich, dass Portugal die Krise ohne Hilfen bewältigen könnte. Das Land habe die notwendigen Mittel, um seine Probleme zu lösen. „Es gibt keinen Grund, Hilfen auch nur zu erwägen“, sagte er.

Nach Einschätzung der europäischen Finanzminister ist die Euro-Währung ist trotz der schweren Schuldenkrise nicht gefährdet. „Wir sind bereit, den Euro notfalls zu verteidigen“, sagte der Niederländer Jan Kees de Jager am Dienstag in Brüssel am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen. „Alle Finanzminister stehen hinter dem Euro. Deshalb sehe ich keinen Grund, irgendeine Gefahr zu sehen.“

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  • uns deutschen Steuerzahlern reichts allmählich..

  • Es würde genügen die EU-Regel so zu ändern dass den Wirtschaftsschwachen Peripherieländern (oft von der deutschen boulevardpresse als Pleitestaaten oder PiiGS genannt) die Möglichkeit gegeben wird ihre Schulden durch Arbeit und Ausfuhren zu tilgen. Man muss aber berücksichtigen dass diese Länder keine "natürliche Standortsvorteile" haben wie Deutschland oder Österreich und auch keine Rohstoffe, wie die skandinavische Länder. Dazu nur einen kleinen binnenmarkt. Die heutige EU-Regeln aber berücksichtigen das nicht. Es ist ein unfairer Wettbewerb. Dazu kommen die hohe Zinsen oder Risikoaufschlag. Die Verleumdungskampagne, besonders in Deutschland, hat zu falsche Schlussfolgerungen geführt. Das war aber gewollt und nicht wie behauptet, nur ein Fehler. Es ist eine erprobte Methode die übrigens auch schon vor 80 Jahren in Deutschland eingesetzt wurde, mit den uns bekannten Folgen. Dadurch wird jetzt schon die Saat der nächsten europäische Katastrophe gesät.

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