Euro-Krise und Griechenland
Hellas im Abseits

Der griechische Finanzminister hat beim Treffen mit seinen Kollegen aus der Euro-Zone eine Abfuhr bekommen. Daraufhin schien er zu Kompromissen bereit - machte dann aber einen Rückzieher. Eine Lösung ist damit weit weg.
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Brüssel/BerlinVor Mitternacht war die Welt für Wolfgang Schäuble noch in Ordnung. Als der Bundesfinanzminister Mittwochnacht gegen 23.15 Uhr in Brüssel aufbrach, glaubte er, eine erste Vereinbarung mit dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis sicher in der Tasche zu haben. Doch als Schäuble knapp zwei Stunden später in Berlin landete, war alles ganz anders: In der Zwischenzeit hatte Varoufakis seine Zustimmung zu seiner ersten gemeinsamen Erklärung mit der Eurogruppe wieder zurückgezogen. Darüber war nicht nur der deutsche Finanzminister sauer.  „Die Stimmung in der ganzen Runde war am Ende sehr pessimistisch“, sagte ein EU-Diplomat und fügte hinzu: „Vielleicht verstehen die Griechen einfach nicht, wie Verhandlungen in der Euro-Gruppe geführt werden.“

Genau den Eindruck erweckte Griechenlands neuer Kassenwart Varoufakis von Beginn an in seiner ersten Eurogruppen-Sitzung. Anwesend war alles, was in der Währungsunion und darüber hinaus in der internationalen Finanzwelt Rang und Namen hat: EZB-Präsident Mario Draghi, die EU-Kommissare Valdis Dombrovskis und Pierre Moscovici, IWF-Chefin Christine Lagarde und die Finanzminister der anderen 18 Euro-Staaten. Sie alle waren sehr gespannt darauf, was Varoufakis denn nun mit seinem Land vorhat. Doch die dringend erwarteten konkreten, mit Zahlen untermauerten schriftlichen Unterlagen hatte der Grieche nicht dabei. Stattdessen wiederholte er seine zuvor schon oft genug öffentlich geäußerte Kritik am laufenden Hilfsprogramm für sein Land und präsentierte einige allgemeine Forderungen. „Das war kein wirtschaftspolitischer Plan, sondern eine Wahlkampfrede“, berichtet ein Teilnehmer. 

Nach dem griechischen Vortrag waren die Vertreter der Euro-Zone an der Reihe. Erst sprachen Dombrovskis, Moscovici und Draghi, dann Frankreichs Finanzminister Michel Sapin und sein deutscher Kollege Schäuble. Alle redeten Varoufakis ins Gewissen: Griechenland müsse sich an die Konditionen des von der Vorgänger-Regierung unterschriebenen Kreditvertrages halten.

Die Finanzminister Spaniens und Portugals erinnerten Varoufakis, dass auch sie schwierige Spar- und Reformjahre hinter sich hätten. Schon allein deshalb könnten sie Griechenland jetzt nicht einfach aus seinen Pflichten entlassen. Die Minister der Slowakei und der baltischen Staaten machten unmissverständlich klar, dass sie auf keinen Fall höhere Mindestlöhne und Renten in Griechenland finanzieren würden – zumal ihr eigenes Sozialsystem viel schlechter ausgestattet sei als das griechische.

Kommentare zu " Euro-Krise und Griechenland : Hellas im Abseits"

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  • Es wird alles nicht so heiss gegessen, wie es gekocht wird.

  • wie gerne wuerde ich unseren "Experten" WAIGEL + EICHEL einen unbefristeten Aufenthalt in Athen goennen, schade, wird wohl nix !

  • Herr Kraft,
    welche "unserer Probleme" ?

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