Euro-Staaten
Spanien plädiert für größere Kooperation

Mit einem Schreiben an die UE-Kommission setzt sich Spanien für ein gemeinsames Budget der Euro-Länder ein. Die Vorschläge gehen weit über die Vorstellungen Deutschlands und Frankreichs hinaus.
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MadridSpanien hat sich für eine engere Zusammenarbeit in der Euro-Zone ausgesprochen. Die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy warb in einem Schreiben an die Europäische Kommission unter anderem für einen gemeinsames Budget der Euro-Länder. Sie setzte sich aber auch dafür ein, die Ausgabe gemeinsamer Staatsanleihen zu prüfen. Damit gehen Spaniens Vorschläge über die Vorstellungen Deutschlands und Frankreichs hinaus: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der neue französische Präsident Emmanuel Macron hatten sich am Montag zwar für umfassende Reformen der Euro-Zone starkgemacht. Deutschland lehnt Euro-Bonds aber ab. Macron betonte, er habe diese nie gefordert.

Spanien schlägt dagegen vor, dass ein "gewisser Grad der Vergemeinschaftung von Schulden" zugelassen werden sollte. Rajoy hatte sich schon 2012 für Euro-Bonds ausgesprochen, während sein rezessionsgeplagtes Land in Brüssel um Hilfen für seine Banken bitten musste. Seitdem hat sich die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone aber erholt und gehört zu den Wachstumsmotoren der Gemeinschaft. Die Regierung in Madrid hat in der Vergangenheit auch für eine gemeinsame Einlagensicherung geworben. Gegen eine solche Einrichtung sprach sich am Dienstag die CSU aus, als sie nach dem Treffen Merkels mit Macron vor überstürzten Beschlüssen zur Reform der Euro-Zone warnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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