Eurogruppen-Chef vor der Abwahl?
Dijsselbloem mit dem Rücken zur Wand

Sein Einstieg als Eurogruppen-Chef war holprig. Doch mittlerweile hat sich der niederländische Finanzminister Dijsselbloem als nüchterner Moderator Respekt erarbeitet. Jetzt steht seine Karriere in Brüssel auf dem Spiel.
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BrüsselJüngst zollte ihm selbst Wolfgang Schäuble Respekt: „Der hat gute Arbeit geleistet“, sagte der knarzige Bundesfinanzminister über Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Kurz zuvor hatte der niederländische Minister und Vorsitzende eines der wichtigsten Finanzgremien der Welt wieder einmal durch geschickte Vermittlung einen Teilerfolg im Kampf gegen die griechische Schuldenkrise möglich gemacht. Bei der nahenden Wahl in seinem Heimatland steht Dijsselbloem mit seiner sozialdemokratischen Partei allerdings mit dem Rücken zur Wand: Eine Niederlage dort könnte ihn auch seinen Job in Brüssel kosten.

Im Moment zumindest sieht es für den schlanken Mann mit dem dunklen Lockenschopf alles andere als gut aus. Seiner Partei für die Arbeit droht bei der Wahl am 15. März das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte. Bei der Wahl 2012 hatte sie überraschend knapp 25 Prozent der Stimmen erreicht, 38 der 150 Sitze in der Zweiten Kammer des Parlaments. Doch nun sagen ihr die Umfragen etwa 13 Mandate oder 8 Prozent voraus. Ob Dijsselbloem sein Amt behalten kann, scheint mehr als fraglich.

Dabei wird Dijsselbloem als Finanzchef des Landes sehr geschätzt, auch seine Rolle als Mr. Euro sehen die Niederländer positiv: holländisch nüchtern und sparsam – das kommt gut an. Seine Partei konnte bislang aber nicht wirklich davon profitieren.

In Europa konnte Dijsselbloem vor allem in den jahrelangen und teils hochdramatischen und spannungsgeladenen Verhandlungen über griechische Finanzhilfen sein Profil schärfen.

Bei seinem Amtsantritt im Januar 2013 als Chef der Finanzminister der 19 Euroländer galt Dijsselbloem dabei zunächst als unerfahren und überfordert. Keine 100 Tage war er zu dem Zeitpunkt als niederländischer Finanzminister vereidigt, Europa-Erfahrung hatte er praktisch nicht. Als Nachfolger des charismatischen und eloquenten Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker musste er zudem in große Fußstapfen treten.

Mittlerweile wird der Fan britischer Krimi-Serien für seine Nüchternheit, seinen Pragmatismus und seinen straffen Führungsstil geschätzt. Er gilt auch als zuvorkommender Gesprächspartner. „Ich mag seinen Stil. Er ist ein guter Typ“, sagte etwa der slowakische Finanzminister Peter Kazimir über ihn. Bei seiner Wiederwahl 2015 konnte sich Dijsselbloem im Kreis der Finanzminister gegen den konservativen Spanier Luis de Guindos durchsetzen.

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Dijsselbloems Einfluss steht auf der Kippe

Kommentare zu " Eurogruppen-Chef vor der Abwahl?: Dijsselbloem mit dem Rücken zur Wand"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Da muss H. Schäuble ihn ja loben denn Herr D ist sein Chef oder ist der Titel falsch formuliert?

    Bei seinem Amtsantritt im Januar 2013 als Chef der Finanzminister der 19 Euroländer galt Dijsselbloem dabei zunächst als unerfahren und überfordert.....................

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