Europäische Zentralbank
Draghis griechisches Dilemma

PremiumMario Draghi hat die EZB in die Ecke manövriert. Selbst bei einem politischen Kompromiss im Griechenland-Drama droht neuer Streit im Rat. Europas oberste Währungshüter stecken in einem schweren Interessenkonflikt.

Frankfurt, BerlinDer Mann, der über Wohl und Wehe Griechenlands bestimmt, will sich  gar nicht entscheiden. Er sitzt weder in Athen noch in Berlin oder Brüssel. Sondern in Frankfurt. „Hier in Frankfurt werden nicht die Entscheidungen getroffen“, betonte Mario Draghi jüngst.

Der Satz ist formal richtig, wirkt gleichzeitig aber wie eine Notlüge. Denn sobald der Präsident der Europäischen Zentralbank den griechischen Banken die Notfallkredite verweigern würde, wäre Griechenland pleite. Doch egal, wie er sich entscheidet: Sein Urteil hat in jedem Fall politische Konsequenzen.

Es ist Draghis Dilemma: Mit seiner Unterstützung für die maroden griechischen Banken, von denen die hellenischen...

 
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